22.12.2012, 17:38

BER-Desaster Wowereit stellt sich hinter Flughafenchef Schwarz


BBerlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit setzt weiter auf Flughafenchef Rainer Schwarz

Foto: Michael Gottschalk / dapd

Der Druck auf Rainer Schwarz nimmt zu. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer forderte wiederholt die Absetzung, kann dies aber nicht allein.

Trotz aller Kritik an Flughafenchef Rainer Schwarz hält Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) an diesem fest. "Wir haben im Aufsichtsrat – auch gemeinsam mit den Vertretern des Bundes – entschieden, nicht die komplette Geschäftsführung der Flughafengesellschaft auszutauschen", sagte Wowereit der Berliner Morgenpost. Der Baubereich des BER gehöre im Übrigen nicht zum Geschäftsbereich von Rainer Schwarz, der Sprecher der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft sei.

"Rainer Schwarz wird absichtlich vieles vorgeworfen, wofür er nichts kann", sagte Wowereit. Es würde überhaupt nichts bringen, ihn auszutauschen. "Wir brauchen endlich mal Ruhe im Verfahren und nicht wieder Neuanfänge", sagte der Regierende Bürgermeister.

Auf die Frage, was er anders machen würde, wenn er mit dem Flughafenprojekt noch einmal neu anfangen könnte, erklärte Wowereit: "Wahrscheinlich sollte man keinen konkreten Eröffnungstermin mehr festlegen, denn wir sehen ja, da läuft man von einer Falle in die andere."Außerdem würde er heute prüfen, ob so komplexe Anlagen wie die Brandschutzanlage am BER "wirklich auf dem neusten technischen Stand" sein müssten oder ob es "einfachere, aber nicht weniger effektive Lösungen" gebe.

Verschärfte Attacken vom Bundesverkehrsminister

Der Druck auf Schwarz ist in den vergangenen Tagen gestiegen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) seine Attacken auf den Flughafenchef verschärft. "Herr Schwarz ist ein Schönwetterkapitän, der in stürmischer See das Ruder nicht fest genug in der Hand hat", hatte Ramsauer gesagt. "Mit so einem Kapitän kann es nicht weitergehen." Bei Finanzen oder dem Probebetrieb weise Schwarz Verantwortung immer wieder von sich.

Mit seinem 26-Prozent-Anteil am Flughafen kann der Bund den Manager nicht allein absetzen. Die Mitgesellschafter Brandenburg und Berlin verhindern bisher eine Entlassung und hatten Ramsauers Vorgehen schon kritisiert. Der milliardenteure Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld soll wegen Problemen vor allem beim Brandschutz nun erst am 27. Oktober 2013 Betrieb gehen.

(BM)
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