22.12.12

Ex-Vergnügungspark

Spreepark-Gelände wird im Juli 2013 zwangsversteigert

Wer das höchste Gebot abgibt, kann neuer Betreiber werden. Damit macht das Gericht den Weg für einen Neustart des Vergnügungsparks frei.

Von Sabine Flatau
Foto: Christian Hahn

Achterbahn: Das Gelände des Berliner Spreeparks ist seit Jahren verwildert
Achterbahn: Das Gelände des Berliner Spreeparks ist seit Jahren verwildert

Das Amtsgericht Berlin-Köpenick hat den Weg für einen Neustart im Spreepark frei gemacht. Am 3. Juli 2013 wird das Erbbaurecht für den maroden Freizeitpark im Plänterwald (Bezirk Treptow-Köpenick) zwangsversteigert. Wer das höchste Gebot im Amtsgericht abgibt, kann neuer Betreiber werden, also den Vertrag mit dem Liegenschaftsfonds über das fast 30 Hektar große, landeseigene Areal übernehmen. Er muss es allerdings weiter als Vergnügungspark führen.

Nicht übernehmen muss er den Millionen schweren Schuldenberg, den die Betreibergesellschaft der Familie Witte über Jahre angehäuft hatte. Diese Schulden waren bislang der Grund dafür, dass kein Investor den Vergnügungspark übernahm. In den vergangenen Jahren hatten sich rund 30 Interessenten mit ihren Konzepten beim Liegenschaftsfonds beworben. Alle Verhandlungen scheiterten.

Der Verkehrswert für das Erbbaurecht ist in der amtlichen Bekanntmachung mit 1,62 Millionen Euro angegeben. Die Bauten und Fahrgeschäfte seien größtenteils zerstört und nicht mehr betriebsfähig, teilt das Amtsgericht Köpenick mit. Das Erbbaurecht endet am 31. Mai 2061. Den Antrag für die Zwangsversteigerung hatte das Finanzamt Treptow-Köpenick schon Ende 2008 gestellt. Denn die Betreibergesellschaft, die Spree-Park Berlin Vergnügungs- und Freizeitpark GmbH & Co. KG, zahlte jahrelang keine Grundsteuer für das Areal.

Familie zog mit Fahrgeschäften nach Peru

Auch der Liegenschaftsfonds gehört zu den Spreepark-Gläubigern. Insgesamt belaufen sich die Forderungen des Landes Berlin und des Fonds derzeit auf 4,5 Millionen Euro. Diese Summe nannte Finanzstaatssekretärin Margaretha Sudhof im Herbst 2012. Hauptgläubiger ist jedoch die Deutsche Bank mit Forderungen von mehr als zehn Millionen Euro. Die Betreibergesellschaft hatte das Grundstück beliehen und die Schuld ins Grundbuch eintragen lassen.

Das Insolvenzverfahren zum Spreepark wurde 2002 eröffnet und im August 2008 wieder eingestellt, weil Insolvenzmasse fehlte. Die Spreepark GmbH schloss den Erbbaurechtsvertrag mit dem Land Berlin im Jahr 1996. Gesellschafterin Pia Witte und ihr Mann führten den Rummelplatz bis Ende 2001. Anfang 2002 zog die Familie mit mehreren Fahrgeschäften nach Peru mit dem Ziel, dort den "Lunapark" aufzubauen.

In Berlin hinterließ sie die verschuldete Vergnügungsstätte und die benachbarte, denkmalgeschützte Gaststätte "Zum Eierhäuschen". Sie verfällt seit Jahren. Anwohnerinitiativen forderten immer wieder vergeblich, dass das Eierhäuschen aus dem Erbbaurechtsvertrag herausgelöst wird.

170 Kilogramm Kokain im "Fliegenden Teppich"

Schlagzeilen machte Familie Witte erneut im Jahr 2003. Peruanische Beamte fanden in Lima im Fahrgeschäft "Fliegender Teppich" rund 170 Kilogramm Kokain. Sie sollten nach Europa geschmuggelt werden. Norbert Witte wurde in Berlin verhaftet. Sein Sohn kam in Peru ins Gefängnis. Pia Witte und ihre Töchter haben unterdessen wieder Teile des Spreeparks geöffnet. In den vergangenen Jahren fanden Veranstaltungen statt.

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