20.12.2012, 09:34

Neue Vorwürfe Charité soll Obdachlosen im Nachthemd "abgeladen" haben


Wieder gibt es Vorrwürfe gegen die Charité

Foto: Timur Emek / dapd

Wieder gibt es Vorrwürfe gegen die Charité Foto: Timur Emek / dapd

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg erhebt Vorwürfe gegen die Charité: Ein Obdachloser soll im Krankenhauspyjama entlassen worden sein.

Die Berliner Charité soll am Montag einen obdachlosen Patienten im Nachthemd vor die Tür der Sozialen Wohnhilfe Friedrichshain-Kreuzberg "abgeladen" haben. Nach Angaben des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg war er vor zwei Wochen mit einer Alkoholvergiftung bewusstlos eingeliefert worden und wurde dann im Zentrum für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie der Charité behandelt. Am Montag sei er dann von einem Krankentransportdienst mittels Krankenrollstuhl im Wartebereich der Sozialen Wohnhilfe gesetzt worden. Dabei sei der desorientiert wirkende Patient nur mit einem leichten, kurzärmeligen Krankenhauspyjama und Latschen bekleidet gewesen. Dabei habe er lediglich zwei Plastiktüten gehabt.

Der Friedrichshain-Kreuzberger Sozialstadtrat Kurt Mildner-Spindler (Linke) kritisierte das Vorgehen auf aufs Schärfste. Ihm sei unverständlich, dass der Patient ohne weitere Rücksprache mit dem Bezirksamt in diesem Zustand und ohne Unterkunftsperspektive sowie Aussicht auf weitere Behandlung entlassen und dann dem Bezirksamt einfach vor die Tür gesetzt wurde. Laut Bezirksamt sei dem Krankenhaussozialdienst der Charité sowie den behandelnden Ärzten bekannt gewesen, dass in Unterkunftshäusern des Bezirks mit Betreuungsangebot bislang noch kein Platz frei war.

"Ein derartiges "Entlassungsmanagement" der Charite ist zu keinem Zeitpunkt, doch insbesondere unter diesen Witterungsbedingungen und in der Adventszeit nicht akzeptabel", kritisierte Mildner-Spindler in einer Mitteilung. Dies mache eine produktive Zusammenarbeit unmöglich.

(BM/ap)
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