15.12.12

Wetter

Entwarnung - Blitzeis-Front verschont Berlin

Es kam bei Weitem nicht so schlimm wie befürchtet. Flächendeckendes Glatteis blieb aus aus. Dennoch ist Vorsicht geboten.

Meteorologen und Berliner Feuerwehr hatten gewarnt, doch zum Glück blieb das befürchtete flächendeckende Glatteis in der Nacht zu Sonnabend und am Morgen aus. Die Hauptstraßen sind frei befahrbar, doch auf Brücken, Gehwegen und kleinen Nebenstraßen kann es noch glatt sein.

Damit blieb in Berlin und Brandenburg das befürchtete Verkehrschaos aus. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr ist es auf den zum Teil glatten Straßen vereinzelt zu Unfällen gekommen. "Nach dem ersten Wintereinbruch haben sich die Autofahrer an die Straßenverhältnisse gewöhnt", sagte ein Polizeisprecher in Berlin. In der Zeit von 0 bis 7 Uhr habe es 30 Unfälle gegeben, etwas mehr als an normalen Tagen. In den meisten Fällen blieb es den Angaben zufolge bei Blechschäden.

Da es in Nacht zu regnen begann, der Boden aber gefroren und die Temperaturen leicht unter null Grad lagen, war Blitzeis erwartet worden. Darüber hat die Feuerwehr die Berliner über das im Sommer gestartete Katastrophenwarnsystem "Katwarn" informiert. Damit nutzte die Feuerwehr die App erstmals für eine Wetterwarnung.

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 12 in Frankfurt (Oder) sind am frühen Samstagmorgen drei Menschen ums Leben gekommen, zwei weitere wurden schwer verletzt. Polizeiangaben zufolge war ein niederländischer Lkw zwischen den Anschlussstellen Frankfurt (Oder) West und Mitte auf einen liegen gebliebenen Kleinbus aufgefahren. Drei der sechs Businsassen wurden dabei tödlich, zwei weitere schwer verletzt. Die beiden Fahrer kamen mit dem Schrecken davon. Ob dabei die Straßenverhältnisse eine Rolle spielten, ist noch unklar.

Wie das Wetter an diesem Wochenende sonst wird, erfahren Sie auf unserer Wetterseite.

Gericht: Schmerzensgeld für Sturz bei Schneeglätte im U-Bahnhof

Fußgänger sollten vorsichtig sein. Laufen kann in diesen Stunden gefährlicher als Autofahren sein.

Am Freitag wurde in diesem Zusammenhang ein Urteil bekannt. Demnach erhielt eine Fußgängerin, die bei Schneeglätte auf der Treppe zum U-Bahnhof Kurfürstendamm gestürzt war, jetzt 2625 Euro Schmerzensgeld. Diese Entscheidung traf einer Mitteilung zufolge das Amtsgericht Charlottenburg. Zur Begründung hieß es, eine Reinigung nach jeweils drei Stunden sei zu wenig gewesen. Der von der U-Bahn beauftragte Winterdienst hätte beachten müssen, dass es sich um "einen der größten U-Bahnhöfe der größten Stadt Deutschlands" handelt.

Die Treppe sei nicht mit abstumpfenden Mitteln gestreut gewesen. Die BVG als U-Bahn-Betreiberin habe den Räumdienst nicht genügend überwacht und hafte deswegen ebenfalls für die Unfallfolgen. Die Amtsrichterin hat der Klägerin auch Ersatz wegen ihrer Aufwendungen für eine Haushaltshilfe und wegen Verdienstausfalls zugesprochen (Amtsgericht Charlottenburg, Urteil vom 31. Oktober 2012 – 215 C 116/10 -).

Quelle: dpa/sei
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