13.12.12

Baumängel

Betonbrocken bricht aus Decke am Bahnhof Friedrichstraße

Eine Frau erlitt bei dem Zwischenfall einen Schock. Grund für den Absturz: Baumängel bei der mehr als zehn Jahre zurückliegenden Sanierung.

Foto: dpa

Im S-Bahnhof Friedrichstraße sind Teile der Decke im Erdgeschoss abgestürzt

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Mitten im wichtigen Berliner Bahnhof Friedrichstraße sind Fahrgäste nur knapp einem Unglück entgangen. In einer Passage des Verkehrsknotenpunktes stürzten am Donnerstag schwere Betonteile der Decke ab. Verletzt wurde bei dem Vorfall im Erdgeschoss niemand, wie ein Sprecher der Berliner Feuerwehr sagte.

Ein Grund für den Vorfall sollen nach Bahn-Angaben Baumängel bei der mehr als zehn Jahren zurückliegende Sanierung sein. Ein Teilbereich der Eingangshalle und ein darüber gelegenes Gleis wurden aus Sicherheitsgründen bis vorerst abgesperrt. Unklar ist, ob auch an anderen Stellen Gefahr für Reisende besteht.

Am Vormittag hatte sich plötzlich ein laut Feuerwehr 20 bis 25 Kilogramm schwerer Betonbrocken gelöst und war durch die Deckenverkleidung gestürzt.

Eine Frau, neben der das Deckenstück aufschlug, erlitt einen Schock, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Sie musste allerdings nicht ärztlich behandelt werden.

In dem Bahnhof, der in den Jahren 1995 bis 1999 saniert worden war, werden nach Bahn-Angaben täglich rund 190.000 Besucher und Reisende gezählt. Viele Menschen nutzen auch einfach nur die vielen Geschäfte im Erdgeschoss. "Ein Glück, dass niemand von den Teilen getroffen wurde", sagte der Feuerwehrsprecher.

Bahnsprecher geht von Baumängeln aus

"Wir gehen in diesem konkreten Fall davon aus, dass es sich um Baumängel handelt", sagte Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert. Ein Teil eines Gleis-Auflagepunktes auf der tragenden Metallkonstruktion sei herausgebrochen. Bei der 115 Millionen Euro teuren Sanierung seien bestimmte Deckenteile nicht ausgetauscht worden, da auch in der Bauzeit der Verkehr weiterging.

Die Einsatzkräfte sperrten eine etwa 10 mal 50 Meter große Fläche ab. Nach einer ersten Inspektion durch Feuerwehrleute, Sachverständige der Bahn und Statiker gibt es in dem Bereich offenbar weitere Stellen, an denen Beton abbröckeln könnte. Ein aufgebautes Gerüst soll herunterfallende Teile auffangen, so dass Passanten dort wieder entlanggehen können.

Keine Verkehrs-Beeinträchtigung durch Untersuchung

"Der Bereich am Gleis 4 wird nun genau untersucht", so Ahlert. Dies sei mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) vereinbart. Ob weitere, bislang nicht gesicherte Bereiche im Bahnhof unter anderen Gleisen betroffen sein könnten, ließ er offen.

Große Verkehrs-Beeinträchtigungen soll es nicht geben. Züge würden auf benachbarte Gleise geleitet, hieß es. Im Regional- und Fernverkehr komme es wegen des Vorfalls höchstens zu Verspätungen von wenigen Minuten. Der S-Bahn-Verkehr sei nicht betroffen.

Quelle: BMO/dpa/dapd/nbo/bee
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