11.12.12

Silvester 2012

Berlin feiert Silvester die teuerste Nacht des Jahres

Rund um den Jahreswechsel verdoppeln die Hotels zum Teil ihre Preise. Zwei Millionen Besucher werden erwartet.

Von Markus Falkner und Katrin Lange
Foto: Getty Images

Prächtiges Feuerwerk über dem Brandenburger Tor: Zwei Millionen Menschen kommen nach Berlin, um hier den Jahreswechsel zu feiern
Prächtiges Feuerwerk über dem Brandenburger Tor: Zwei Millionen Menschen kommen nach Berlin, um hier den Jahreswechsel zu feiern

Touristen, die Silvester in Berlin verbringen wollen, müssen mehr Geld für die Übernachtungen ausgeben. Die meisten Hotels in der Hauptstadt erhöhen die Preise rund um den Jahreswechsel – zum Teil erheblich.Nach einer Recherche des Internetvergleichsportals Trivago, die am Dienstag in Düsseldorf vorgestellt wurde, kostet ein Standarddoppelzimmer in Berlin in den Tagen vor und unmittelbar nach Silvester durchschnittlich 146 Euro. Das sind 92 Prozent mehr im Vergleich zum restlichen Dezember.

Am letzten Tag des Jahres steigt der durchschnittliche Hotelpreis den Angaben zufolge sogar um 144 Prozent auf 186 Euro. Im Vergleich zum November bleiben die Hotelpreise in Berlin im Dezember – trotz Silvester – mit durchschnittlich 87 Euro pro Doppelzimmer hingegen konstant.

"Angebot und Nachfrage regeln den Markt"

Für den Berliner Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kommen die absoluten Zahlen nicht überraschend. "Angebot und Nachfrage regeln den Markt", sagt Kerstin Jäger, Assistentin der Geschäftsführung. Das gelte nicht nur an Silvester, sondern auch im Rest des Jahres. Auch zu großen Messen, wie etwa der Tourismusbörse ITB, würden die Preise regelmäßig anziehen.

Ein Vergleich der Silvestertarife mit dem Rest des Monats Dezember sei daher kaum aussagekräftig. "Das ist ein ganz normales Prozedere, wie es in anderen Metropolen ebenso abläuft", so Jäger. Im internationalen Vergleich seien die Zimmerpreise in Berlin rund um Silvester zudem immer noch günstig.

Tatsächlich können sich die Berliner Hotels rund um den Jahreswechsel höhere Preise durchaus erlauben. Denn die Nachfrage ist bei gleichbleibendem Angebot um ein Vielfaches höher. Etwa zwei Millionen Besucher – Tagesausflügler und Übernachtungsgäste – erwarten die Tourismuswerber von VisitBerlin zu den Feiern in der deutschen Hauptstadt, davon eine Million allein auf der Partymeile am Brandenburger Tor. Silvester ist damit nicht nur die teuerste Nacht des Jahres, sondern auch jene, in der es in der Stadt am engsten wird.

Viele Hotels in Berlin sind schon ausgebucht

Während Experten davon ausgehen, dass es im Jahresdurchschnitt eher zu viele als zu wenige Hotelbetten in Berlin gibt, kann das Angebot zum Jahreswechsel erfahrungsgemäß durchaus knapp werden. Aktuell melden verschiedene Hotelportale im Internet zwar noch freie Zimmer in allen Kategorien. Doch auffällig ist: Anders als etwa in Hamburg, München, London oder Paris verweisen in Berlin deutlich mehr Häuser darauf, dass nur noch wenige Zimmer verfügbar seien. Und vor allem bei preiswerteren Übernachtungsbetrieben wird das Angebot laut den Internetportalen teilweise schon knapp.

"Schon an den Adventswochenenden ist die Stadt sehr gut gebucht", bestätigt VisitBerlin-Sprecherin Katharina Dreger. "Die zentrale Silvesterfeier am Brandenburger Tor ist dann das größte Zugpferd des ganzen Jahres." Wer noch ein Zimmer sucht, sollte sich daher beeilen. Am Dienstag waren noch etwa zwölf Prozent der insgesamt mehr als 120.000 Berliner Hotelbetten buchbar.

Die Zahl der freien Zimmer dürfte aber noch deutlich sinken, je näher der Jahreswechsel rückt. "Der Trend geht dahin, dass die Gäste erst relativ kurzfristig buchen", sagt Tourismussprecherin Dreger.

Viele Hotels in der Stadt sind trotz steigender Preise zu Silvester bereits ausgebucht. Im "Kempinski Hotel Bristol" am Kurfürstendamm zum Beispiel fangen die Preise für die Doppelzimmer gewöhnlich bei 100 Euro an. Für die Tage über Silvester würden die günstigsten Zimmer bei 160 Euro beginnen, sagt Hotelsprecherin Rabia Valtin. Von einer Verdopplung könne keine Rede sein, aber natürlich seien die Preise höher als im August, wenn das Tagungsgeschäft zurückgehe, so die Sprecherin. Noch sei die hundertprozentige Auslastung zu Silvester nicht ganz erreicht. Aber wie gewöhnlich werde man über den Jahreswechsel ausgebucht sein.

Im Südwesten der Stadt ist das "Best Western Premier Steglitz International" an der Albrechtstraße bereits komplett über den Jahreswechsel ausgebucht. Zwar liegt das Hotel nicht im Zentrum, ist aber mit U- und S-Bahn sowie Bussen an zentrale Orte wie den Alexanderplatz oder die City West gut angeschlossen, sagt Andrea Pohling von der Reservierung. Auch in Steglitz ziehen die Preise kräftig an. Während ein Doppelzimmer mit Frühstück normalerweise 110 Euro kostet, müssen Silvestergäste mindestens 180 Euro hinlegen.

Berlin-Tourismus setzt seinen Aufwärtstrend fort

Eine andere Philosophie verfolgt das Hotel "Estrel" an der Sonnenallee in Neukölln. Bereits seit einigen Wochen sei das Hotel über Silvester ausgebucht, sagt Hotelsprecherin Miranda Meier. Allerdings mit einem besonderen Silvesterangebot. Über den Jahreswechsel kostet ein Doppelzimmer vergleichsweise günstige 99 Euro. Bedingung ist aber, dass zwei Nächte und der Gala-Abend gebucht werden.

Mit dem Besucheransturm an Silvester setzt der Berlin-Tourismus seinen Aufwärtstrend fort. Der 775. Geburtstag der Hauptstadt lockte bereits im Oktober besonders viele Touristen nach Berlin, wie die am Dienstag veröffentlichte Monatsbilanz von VisitBerlin belegt. Insgesamt kamen etwas mehr als eine Million Menschen – das war ein Plus von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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