09.12.12

Winterwetter

Schnee und Eis haben Berlin und Brandenburg fest im Griff

Zehn Zentimeter Schnee sind am Sonntag in Berlin gefallen. Auf den Schienen der S-Bahn ging zeit- und streckenweise gar nichts mehr.

Foto: dpa

Dichtes Schneetreiben an der U-Bahnstation Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Das winterliche Wetter sorgt in der Hauptstadt für starke Behinderungen im Straßenverkehr
Dichtes Schneetreiben an der U-Bahnstation Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Das winterliche Wetter sorgt in der Hauptstadt für starke Behinderungen im Straßenverkehr

Starker Schneefall hat Berlin und Brandenburg am zweiten Adventswochenende in eine Winterlandschaft verwandelt. Besonders intensiv zeigten sich die weißen Flocken in der Bundeshauptstadt. Hier fielen bis zu zehn Zentimeter Schnee.

Der am Wochenende in einem Berliner Hinterhof tot aufgefundene Mann ist vermutlich an einer Vorerkrankung gestorben. Erste Ermittlungen ergaben, dass gesundheitliche Probleme die Todesursache sein könnten, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Der Mann starb vermutlich in der Nacht zu Samstag. Die genauen Gründe für sein Ableben sollen durch eine Obduktion abschließend ermittelt werden. Aufgrund der winterlichen Witterung konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann erfroren ist.

Inzwischen konnte die Identität des Mannes festgestellt werden. Es soll sich nach Angaben der Polizei um einen 47-jährigen Obdachlosen handeln, der ursprünglich nicht aus Berlin stammt. Bis Sonntagmittag konnten noch keine Angehörigen ermittelt und informiert werden.

Ein Anwohner in der Bevernstraße hatte den leblosen Mann am Sonnabendmittag in einer selbst gebauten Hütte im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses entdeckt. Er informierte die Rettungskräfte, ein Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des 47-Jährigen feststellen. Nach Angaben von Zeugen hatte der Mann seit etwa zwei Jahren in dem Schuppen gelebt und auch fast täglich Kontakt zu den Bewohnern es Hauses gehabt.

Zugausfälle und Verspätungen im Berliner Streckennetz

Auf den Schienen der Hauptstadt ging am Sonntag zeitweise nichts mehr. Schnee, Eis und Glätte führten zu vielen Zugausfällen und massiven Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr - oft durch Weichenstörungen oder eingefrorene Türen. Via Twitter meldete die Berliner S-Bahn am Sonntagnachmittag:

Ein Sprecher der Berliner S-Bahn ergänzte: "Es gibt einige witterungsbedingte Probleme – diese bewegen sich aber im vertretbaren Rahmen." Zugausfälle gebe es nur vereinzelt. "Es gibt keinen Punkt, wo es richtig schwierig ist", so der Sprecher. Um die Probleme zu beheben, seien alle Bereitschaftsdienste im Einsatz. Dies gelte auch am Montagmorgen für den Berufsverkehr. Bei der Witterung ließen sich Verspätungen oder Zugausfälle nicht gänzlich ausschließen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe stellen für Obdachlose dieses Jahr drei U-Bahnhöfe zur Verfügung, damit sie sich dort aufwärmen und übernachten können. Die Berliner Stadtreinigung ist derweil im Dauereinsatz, so Sprecher Bernd Müller. "Wir sind mit 2100 Leuten und 480 Fahrzeugen im Einsatz und haben die Hände voll zu tun."

Verspätungen auch an den Airports in Tegel und Schönefeld

Um Betriebsschäden zu verhindern, drosselte die Deutsche Bahn im bundesweiten Fernverkehr die Maximalgeschwindigkeit auf 200 Stundenkilometer. Reisende müssten dadurch derzeit im Fernverkehr mit Verspätungen von bis zu 30 Minuten rechnen, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Auch an den Flughäfen Tegel und Schönefeld kam es zu Verspätungen von bis zu einer halben Stunde, berichtete ein Sprecher der Berliner Fluggesellschaft. Räumfahrzeuge mussten immer wieder die Pisten räumen.

Flüchtlinge setzen Protest am Brandenburger Tor aus

Die Flüchtlinge vom Oranienplatz in Kreuzberg haben unterdessen am Samstag wegen der Kälte zwei Gebäude einer leerstehenden Schule in Kreuzberg besetzt. Bezirksbürgermeister Franz Schulz zufolge dürfen sie dort bis Dienstag bleiben. Dann soll das Bezirksamt weiterentscheiden. Die Flüchtlinge protestieren seit gut zwei Monaten für bessere Bedingungen für Asylbewerber in Deutschland.

Die demonstrierenden Flüchtlinge am Brandenburger Tor haben ihren Protest am Sonntag offenbar ausgesetzt. Die Demonstration gegen die deutsche Asylpolitik sei jedoch nicht beendet, sondern werde lediglich an andere Orte verlagert, sagten Aktivisten am Sonntag in Berlin. Die Sprecher behielten sich vor, jederzeit an den Pariser Platz zurückzukehren.

Minus 16 Grad in Südostbrandenburg

Laut DWD waren in der Nacht zum Samstag in Südostbrandenburg bereits minus 16 Grad gemessen worden. In Berlin lagen die Temperaturen meist um minus 10 Grad. Im benachbarten Sachsen fielen die Temperaturen örtlich gar unter die Minus-20-Grad-Marke.

Nach Angaben des DWD-Meteorologen Hans-Werner Voß bleibt es winterlich. Schnee sei auch am Montag und Dienstag wahrscheinlich. Autofahrer müssten sich auf Glatteis und Schneeverwehungen einstellen. Bis zum Nachmittag registrierte das Polizeipräsidium in Potsdam mehr als 125 Unfälle. Diese seien meist relativ glimpflich abgelaufen, sagte ein Sprecher. Nach bisheriger Kenntnis sei kein Mensch lebensbedrohlich verletzt worden. Einige Unfallopfer hätten aber ins Krankenhaus gemusst. Details lagen zunächst nicht vor.

Auch eine Autofahrerin in Finsterwalde (Elbe-Elster) kam mit leichten Verletzungen bei einem Unfall am Sonntagmittag davon. Die 69-Jährige war am Ortseingang auf der Landstraße 60 bei Glatteis und Schneefall von der Fahrbahn abgekommen, wie die Polizei mitteilte. Ihr Wagen überschlug sich, und die Frau wurde eingeklemmt. Feuerwehrleute mussten sie befreien. Angaben zum Sachschaden lagen nicht vor.

Verkaufsoffener Sonntage in Berlin kurbelt Weihnachtsgeschäft an

Das Weihnachtsgeschäft hat am zweiten Adventswochenende nach einer eher schwachen Woche Fahrt aufgenommen. Der Wintereinbruch mit frostigen Temperaturen und Schnee habe viele Kunden besonders bei warmen Jacken, Schals und Mützen zugreifen lassen, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Sonntag in Berlin.

Auch außerhalb der großen Städte habe es "guten Kundenzulauf" gegeben. Die Kundenfrequenz unter der Woche sei bisher allerdings eher schwach, viele kauften sehr gezielt ein. Zusätzlichen Schub hätten dem Weihnachtsgeschäft an diesem Wochenende verkaufsoffene Sonntage in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen gegeben.

Besonders gut verkauften sich nach einer aktuellen HDE-Umfrage in der letzten Woche Uhren und Schmuck, Fotoapparate sowie Einrichtungs- und Haushaltsgegenstände.

Insgesamt erwartet der Einzelhandel im diesjährigen Weihnachtsgeschäft (November und Dezember) im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von nominal 1,5 Prozent. Einen steigenden Anteil setzt dabei der Online-Handel um.

Quelle: dpa/dapd/bee
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