07.12.2012, 14:07

Tödliche Verletzungen Frau stürzt von Balkon - Bewährungsstrafe für Berliner

Wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge wurde ein 55-Jähriger auf Bewährung verurteilt. Er hatte eine Freundin auf dem Balkon ausgesperrt.

Nach dem tödlichen Sturz einer Freundin vom Balkon ist ein Ingenieur am Freitag zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Der 55-Jährige hatte vor dem Berliner Landgericht gestanden, die angetrunkene Frau ausgesperrt zu haben. Beim Versuch vom Balkon an der Kreuzberger Graefestraße zu klettern, stürzte die 48-Jährige fünfzehn Meter tief und starb sofort an schwersten Kopfverletzungen. Das Gericht verurteilte den Ingenieur wegen Freiheitsberaubung mit Todesfolge.

Der angetrunkene Mann hatte sich ins Bett gelegt und war eingeschlafen. Er hätte aber erkennen können, dass die Frau in ihrem Zustand auf dem verschlossenen Balkon in Gefahr schwebte, argumentierte die Strafkammer. Der Ingenieur hatte nach eigenen Aussagen nicht bedacht, dass die Freundin vom Balkon klettern würde. Sie hätte doch mit ihrem Handy Hilfe organisieren können, hatte der Mann erklärt.

Die beiden kannten sich wenige Monate und trafen sich gelegentlich. Am 22. Juni 2012 hatten der Ingenieur und seine Bekannte gemeinsam gezecht. Schließlich vermisste der 55-Jährige eine Hose mit 3000 Euro. Er machte die Freundin zu Unrecht für das Verschwinden des Geldes verantwortlich. Beide gerieten in Streit, und der Mann sperrte die Frau dann auf dem Balkon aus.

(dpa/sei)
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