06.12.2012, 23:04

Klinikkonzern Verdacht auf Abrechnungsbetrug - Razzia bei Vivantes

Der Berliner Krankenhauskonzern Vivantes ist durchsucht worden. Ermittler beschlagnahmten dabei Abrechnungen, Krankenakten und Dienstpläne.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Einrichtungen des Krankenhauskonzerns Vivantes wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug durchsucht. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, beschlagnahmten die Ermittler Abrechnungen, Krankenakten und Dienstpläne. Eine Sprecherin von Vivantes – ein landeseigener Konzern – bestätigte, dass es am Mittwoch eine Durchsuchung gegeben habe. Betroffen seien Medizinische Versorgungszentren im ambulanten Bereich.

Der Konzern habe Anfang des Jahres eine Selbstanzeige wegen Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen gestellt, sagte die Vivantes-Sprecherin. Diese fuße auf einem Gutachten der externen Wirtschaftsprüfung KPMG. Vivantes kooperiere in vollem Umfang mit der Staatsanwaltschaft, hieß es.

2010 war ein großangelegter Abrechnungsbetrug bei den DRK-Kliniken aufgeflogen. Im Jahr darauf waren auch in der Helios-Klinik in Berlin-Buch Unregelmäßigkeiten bekannt geworden. Im Kern geht es bei diesen Fällen stets darum, wie ambulante Leistungen in den Kliniken erbracht und abgerechnet werden.

In der Folge der Abrechnungsskandale hatte auch Vivantes (13.000 Mitarbeiter, neun Krankenhäuser und 5000 Betten) seine Praktiken überprüft und Ende vergangenen Jahres die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und die Berliner Staatsanwaltschaft über die Ergebnisse interner Untersuchungen informiert.

(BM)
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