03.12.2012, 12:01

Sitzung Charité-Aufsichtsrat spricht über sexuellen Missbrauch


Der Aufsichtsrat der in die Kritik geratenen Berliner Charité beschäftigt mit dem Missbrauchsvorwurf gegen einen Pfleger

Foto: Florian Schuh / dapd

Die Charité war nach Missbrauchsvorwürfen und Informationspannen unter Druck geraten. Der Aufsichtsrat beschäftigt sich jetzt mit dem Thema.

Der Aufsichtsrat der in die Kritik geratenen Berliner Charité beschäftigt sich bei einer Sitzung an diesem Montag mit dem Missbrauchsvorwurf gegen einen Pfleger. Unter anderem soll es aber auch um die Neuvergabe von Anteilen an der Service-Tochterfirma Charité Facility Management (CFM) gehen, wie ein Sprecher von Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), die Aufsichtsratsvorsitzende ist, am Montag sagte. Die Charité war nach den Missbrauchsvorwürfen und Informationspannen unter Druck geraten.

Vor knapp zwei Wochen hatte in der Kinderrettungsstelle der Charité auf dem Campus Virchow in Wedding eine 16 Jahre alte Patientin erklärt, ein 58-jähriger Pfleger habe sie sexuell missbraucht. Der Mann wurde umgehend vom Dienst suspendiert, es verging jedoch fast eine Woche, bis der Vorstand des Klinikums von dem Verdacht erfuhr. In der Folge wurden schwere Kommunikationsmängel in der Charité offensichtlich, zumal der Mann bereits in den Jahren 2011, 2009 und 2005 durch sein Verhalten gegenüber Frauen aufgefallen war. Eine Strafanzeige gegen ihn wurde erst gestellt, als der Fall öffentlich bekannt geworden war. Eine Expertengruppe soll die Kommunikation im Haus untersuchen.

An der CFM sind derzeit drei private Dienstleister mit 49 Prozent beteiligt. Die Gewerkschaft Verdi fordert, dass auch diese Anteile ab 2013 an die Charité und damit das Land Berlin gehen. Sie hat deshalb für Montag eine Protestkundgebung angekündigt.

(dpa/BMO/nbo)
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