01.12.12

Wintereinbruch

Erster Schnee in Berlin bleibt für Autofahrer harmlos

Leichter Schneefall hat die Hauptstadt am Morgen in eine Winterlandschaft verwandelt - allerdings nur kurz. Mehr Schnee folgt am Sonntag.

Foto: dpa

Das Brandenburger Tor am Samstagmorgen: Den Verkehr behinderte der erste Schneefall in Berlin kaum
Das Brandenburger Tor am Samstagmorgen: Den Verkehr behinderte der erste Schneefall in Berlin kaum

Der Winter hat Berlin erreicht. Am Samstagmorgen schneite es in der Hauptstadt erstmals in dieser Saison – allerdings nur leicht. Mit weiterem Schnee können die Berliner am Sonntagabend rechnen.

Auch in der Nacht zu Montag wird es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes weiter schneien. Die Höchsttemperaturen sollten an diesem Wochenende nur knapp über dem Gefrierpunkt liegen. Trotz des Schnees blieb es auf den Straßen zunächst ruhig. "Uns liegt keine gehäufte Zahl von Unfällen vor", sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

Anders verlief der Wintereinbruch im Osten Deutschlands. Dort kam es zu hunderten Unfälle und stundenlangen Behinderungen auf zahlreichen Straßen. In Sachsen gab es ein Todesopfer, wie die Polizei mitteilte. Auch in Teilen Bayerns gab es vor allem wegen umgestürzter Bäume Verkehrsbehinderungen. Am Wochenende soll es im Osten und Süden weiter schneien.

Ein 74 Jahre alter Mann wurde nach Polizeiangaben bereits am Donnerstag auf dem Marktplatz im erzgebirgischen Schönheide von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Der Rentner erlag noch am selben Tag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der schwere Schnee hatte dazu geführt, dass der Ast einer Eiche abgebrochen war.

Lastwagen kippt mit 20 Tonnen Fleisch auf glatter Straße um

Der schwerste Unfall in Thüringen ereignete sich in der Nacht zu Freitag zwischen Oberhof und Zella-Mehlis. Ein 42 Jahre alter Mann kam mit seinem Lkw auf glatter Fahrbahn von der Straße ab. Das mit 20 Tonnen Fleisch beladene Fahrzeug kippte um, der Fahrer wurde schwer verletzt.

In Sachsens Regionen Görlitz und Bautzen wurden von Mitternacht bis Freitagmorgen der Polizei zufolge 72 Unfälle gemeldet, 20 davon waren witterungsbedingt. Einen Tag zuvor war die Lage noch schlimmer: Es kam zu 650 Verkehrsunfällen, bei denen es auch Verletzte gab. Die Autobahn 72 war aufgrund zahlreicher Unfälle am Donnerstagabend bis Mitternacht gesperrt. In einem etwa 30 Kilometer langen Stau auf der Autobahn blieben Lastwagen liegen.

Vor allem wegen umgeknickter Bäume und herabgefallener Äste waren zahlreiche Straßen in der Oberpfalz und im Raum Erzgebirge bis zum frühen Freitagmorgen nicht passierbar. In der Oberpfalz in Bayern rückten Einsatzkräfte am Abend und in der Nacht zu 60 Einsätzen wegen Schneebruchs aus, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Mehrere Straßen waren zeitweise gesperrt. Noch am Freitagmorgen waren die Staatsstraße 2121 im Landkreis Tirschenreuth und die Kreisstraße Weiden 29 nicht passierbar.

Experten warnen vor Sturmböen und Schneefällen

Meteorologen warnten auch am Freitag besonders in der Mitte Deutschlands vor Sturmböen und Schneefällen. So fielen in Chemnitz laut Deutschem Wetterdienst am Freitag mehr als 20 Zentimeter Schnee. Auf dem Fichtelberg waren es um die 50 Zentimeter. In Dresden und Leipzig blieben die Flocken allerdings kaum liegen, Schneedecken von etwa vier Zentimeter bildeten sich.

Der Sozialverband VdK warnte davor, dass es wegen der kalten Temperaturen zu Kälteopfern unter Obdachlosen kommen könnte. Der "Bild"-Zeitung sagte Verbandspräsidentin Ulrike Mascher: "Der Wintereinbruch ist für Obdachlose lebensbedrohlich. Auch dieses Jahr werden wegen der Kälte wieder Mitmenschen sterben, die kein Dach über dem Kopf haben." Besonders gefährdet seien diejenigen, die wegen ihrer Hunde keine Notunterkünfte aufsuchen können oder wollen, so Mascher weiter. "Die Städte und Kommunen sollten ihre Notfallpläne überdenken", forderte die Verbandspräsidentin.

Das erste Adventswochenende präsentiert sich zweigeteilt. Während die ost- und süddeutschen Mittelgebirge eine weiße Schneehaube schmückt, bleibt es im Rest des Landes vorwiegend nasskalt, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Am Samstag ist es teils wolkig mit Aufheiterungen. Im Norden gibt es teils kräftige Schnee- und Graupelschauer. Sonst ist es überwiegend trocken. Die Höchsttemperatur liegt meist zwischen Werten um vier Grad im Nordwesten und minus zwei bis drei Grad in der Mitte und im Süden Deutschlands.

Quelle: dpa/dapd/bee
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