30.11.12

Urteil

Falscher Berliner Altenpfleger muss ins Gefängnis

Sein Examen bastelte sich der Mann nach Vorlagen aus dem Internet. Zwei Pflegedienste fielen auf den Trickser herein.

Ein 55-Jähriger wurde vor dem Berliner Landgericht zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er sich mit gefälschten Dokumenten zwei Stellen als Altenpfleger erschlichen hatte. Der Mann wurde am Freitag wegen Betruges und Diebstahls schuldig gesprochen.

Er hatte insgesamt rund 31.000 Euro ergaunert. In einem Pflegeheim im Bezirk Neukölln hatte der Mann überdies zwei älteren Damen Schmuck im Wert von 6000 Euro gestohlen.

"Ich bereue sehr, es tut mit leid", sagte der 55-Jährige in seinem Geständnis. Eigenen Angaben nach hatte der Witwer in Spanien eine Ausbildung als Krankenpfleger absolviert, die aber hier nicht anerkannt werde. "Ich wollte nicht arbeitslos sein", erklärte der Angeklagte. Aus dem Internet habe er sich Vorlagen für seine Fälschung herausgesucht.

Bei dem Neuköllner Pflegedienst hatte der Mann zehn Monatsgehälter in Höhe von rund 17.500 Euro erhalten. Nach einer zweiten Anklage flossen von einem Pflegedienst im Stadtteil Moabit von Februar bis Juli 2012 außerdem knapp 14.000 Euro zu Unrecht in die Taschen des Betrügers.

Bei dem Schmuckdiebstahl hatte der 55-Jährige mit einem Notfallschlüssel die Zimmer der älteren Frauen geöffnet, als sie im Krankenhaus lagen. Der Mann hatte gesagt, er brauchte dringend Geld, um Schulden zu begleichen.

Quelle: dpa/sei
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