30.11.12

Tod mit 86 Jahren

Berlin trauert um SPD-Politiker Klaus Schütz

Der ehemalige Regierende Bürgermeister starb im Alter von 86 Jahren. Politiker aller Parteien würdigten ihn als herausragende Persönlichkeit.

Foto: dpa

Klaus Schütz stand von 1967 bis 1977 an der Spitze des Berliner Senats. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2008
Klaus Schütz stand von 1967 bis 1977 an der Spitze des Berliner Senats. Dieses Foto stammt aus dem Jahr 2008

Berlin trauert um den früheren Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz. Der Sozialdemokrat starb am Donnerstag im Alter von 86 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie, wie ein Senatssprecher am Freitag mitteilte. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte Schütz als "treuen Freund und Berater Berlins". Nach den Worten von SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel verliert die deutsche Sozialdemokratie mit Schütz eine "außergewöhnliche Persönlichkeit".

Schütz stand von 1967 bis 1977 an der Spitze des Berliner Senats. Er war ein enger Vertrauter von Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) und hatte ihn vor seinem Amt in Berlin als Staatssekretär ins Auswärtige Amt begleitet. Später war er deutscher Botschafter in Israel und Intendant der Deutschen Welle. Von 1954 bis 1957 gehörte er dem Berliner Abgeordnetenhaus, anschließend bis 1961 dem Bundestag an.

Wowereit: "Klaus Schütz war ein eindrucksvoller Mensch"

"Berlin trauert um einen eindrucksvollen Menschen und herausragenden Politiker", sagte Wowereit. "Klaus Schütz war einer der großen Regierenden Bürgermeister Berlins, die diese Stadt geprägt haben." Zudem habe er Anteil an der Entspannungspolitik, die letztlich den Grundstein für die friedliche Wiedervereinigung Berlins und Deutschlands legte.

Schütz sei ein überzeugter und großer Berliner gewesen, "dessen politisches Wirken aber Zeit seines Lebens über Berlin und unser Land hinaus reichte", sagte Gabriel. Die deutsche Sozialdemokratie werde ihn vermissen und sein Andenken in Ehren halten.

SPD-Landeschef Jan Stöß würdigte den Politiker als "klugen Kopf und warmherzigen Menschen". Aus Sicht des Berliner Parlamentspräsidenten, Ralf Wieland (SPD), hat Schütz dazu beigetragen, den Alltag der Menschen zu verbessern. Dafür gebühre ihm Dank.

CDU-Landeschef Frank Henkel unterstrich, Schütz sei "über die Parteigrenzen hinweg geschätzt und geachtet" worden. Sein Tod sei ein Verlust für Berlin. Als Abgeordneter, Senator und in seiner Zeit als Regierender Bürgermeister habe Schütz entscheidend die Berliner Politik geprägt. In Erinnerung bleibe auch sein großes Engagement für die deutsch-israelischen Beziehungen, für die er insbesondere als Botschafter in Israel eintrat. Außerdem habe sich der Sozialdemokrat bis zu seinem Tod für die Interessen der Berliner eingesetzt.

Jüdische Gemeinde trauert um Ex-Regierenden Schütz

Auch die Jüdische Gemeinde bedauert den Verlust. "Wir trauern um einen wahren Freund und Unterstützer", betonte ihr Vorsitzender, Gideon Joffe. Er hob die Tätigkeit von Schütz als Botschafter in Israel hervor, mit der er viel zur Verständigung zwischen Deutschen und Israelis beigetragen habe.

Die Gedenkstätte Sachsenhausen trauert um den Gründungsvorsitzenden des Fördervereins und des Museums. Er sei "Herz und Seele" des Vereins gewesen. Es sei sein Verdienst, dass der Verein viele neue Mitglieder aus dem In- und Ausland gewinnen konnte.

Ab Montag (3. Dezember 2012) wird im Roten Rathaus ein Kondolenzbuch für Klaus Schütz ausgelegt, in das sich die Berliner eintragen können. Am Freitagabend wollte der RBB in einer Sondersendung einen Film über den Politiker ausstrahlen, den Rosa von Praunheim 2011 drehte.

Quelle: dapd/sei
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