30.11.12

Nach Gewalt

Mobile Polizei-Wache sichert Berliner Alexanderplatz

Innensenator Frank Henkel (CDU) hat die mobile Wache am Alexanderplatz übergeben. Das "Kontaktmobil" soll die Sicherheit erhöhen.

Quelle: BMO
30.11.12 1:55 min.
Nach den jüngsten Gewalttaten am Alexanderplatz verstärkt die Polizei nun mit einer mobilen Wache ihre Präsenz vor Ort. Innensenator Henkel (CDU) stellte sie der Öffentlichkeit vor.

Innensenator Frank Henkel (CDU) hat am Freitag die mobile Wache vorgestellt, die für mehr Sicherheit am Berliner Alexanderplatz sorgen soll.

Das mit zwei Beamten besetzte Polizeifahrzeug wird täglich an verschiedenen Stellen auf dem Platz stehen. Die Polizei will dadurch nicht nur mehr Präsenz zeigen, Bürger sollen sich bei den eingesetzten Beamten auch informieren oder sie in gefährlichen Situationen um Hilfe bitten können.

Die Polizisten werden den Wagen regelmäßig verlassen und Streife gehen. Die mobile Anlaufstelle und mehr Streifen in den Nachtstunden seien wichtige Maßnahmen, "um die gefühlte und tatsächliche Sicherheit zu erhöhen", sagte Senator Henkel, als er das Kontaktmobil am Freitag mit Polizeidirektor Frank Frederking besuchte. "Es ist unser Anspruch, die Polizei noch sichtbarer zu machen."

Von Montag bis Donnerstag wird die mobile Wache von 13 bis 20 Uhr im Einsatz sein, am Freitag und am Sonnabend bleiben die zwei Polizisten sogar bis sechs Uhr morgens. Sonntags sind sie von 10 bis 18 Uhr unterwegs.

Es gibt vier Orte, an denen das Kontaktmobil stehen wird: vor dem Geschäft Saturn, vor dem Kaufhof, am nördlichen Eingang des Bahnhofs sowie zwischen Fernsehturm und Bahnhof. Nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Redlich werden rund um den Platz weiterhin Streifen einer Diensthundertschaft, Zivilstreifen und Diensthundeführer für Sicherheit sorgen.

In den Abendstunden und nachts sollen laut Innenverwaltung künftig mehr Polizisten unterwegs sein. Wie viele Beamte zusätzlich eingesetzt werden, ist jedoch noch unklar.

Passanten reagierten am Freitag überwiegend positiv auf die mobile Wache. Eine Frau gab zu bedenken: "Präsenz ist gut, aber das Problem wird dadurch nicht gelöst." Die Gewalt werde allenfalls an einen anderen Ort verlagert.

Anders hofft es die Polizei, die mit den Maßnahmen auf die jüngsten Gewaltexzesse am Alexanderplatz reagiert. Am 14. Oktober 2012 war in der Rathausstraße der 20 Jahre alte Jonny K. von sechs jungen Männern zu Tode geprügelt worden. Zwei der mutmaßlichen Täter sind noch immer auf der Flucht.

Wenige Gehminuten vom Tatort entfernt ereignete sich dann in der vergangenen Woche eine weitere Gewaltattacke. An einer Straßenbahnhaltestelle an der Gontardstraße prügelten mehrere Jugendliche auf einen 18-Jährigen ein. Als sich ein Passant einmischte, flüchteten die Täter.

Quelle: plet/ur
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