29.11.12

Rangliste

Standort Berlin ist so attraktiv wie Duisburg und Halle

Laut einer Studie rangiert die Hauptstadt in puncto Wirtschaftslage auf Platz 47 in Deutschland - trotz Gründerboom und Touristen-Rekorde.

Foto: dapd

Platz 47: In einer Studie zur Wirtschaftslage gehört Berlin weiterhin zu den Schlusslichtern
Platz 47: In einer Studie zur Wirtschaftslage gehört Berlin weiterhin zu den Schlusslichtern

Trotz einer wachsenden Gründerszene und viel Zuwanderung bleibt Berlin bei der Wirtschaftslage eines der Schlusslichter in Deutschland. Die Hauptstadt landet in einer am Donnerstag vorgestellten Rangliste der 50 größten Städte bei der Wirtschaftslage auf Platz 47.

In dem Vergleich des Magazins "Wirtschaftswoche" und der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft liegt Berlin damit zwischen Halle und Duisburg. Gründe sind unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit und die hohe Kriminalitätsrate.

Die ersten Plätze in dem Ranking belegen München, Stuttgart und Münster. Schlusslicht ist Gelsenkirchen. Magdeburg holt am schnellsten auf und gewinnt die Dynamik-Wertung für die Jahre 2006 bis 2011. Hier erreicht Berlin immerhin Platz 9.

Wissenschaftler der IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, werteten für die 50 größten Städte rund 90 sozio-ökonomische Faktoren von Einkommen bis Kriminalität aus. Sie erstellten zwei Ranglisten: zum wirtschaftlichen Niveau und zur jüngsten Entwicklung.

Hohe Arbeitslosigkeit zieht Berlin nach unten

Berlin profitiert auf der einen Seite von zahlreichen Firmengründungen. In diesem Bereich steht die Hauptstadt so gut da wie München. Zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, viele junge Menschen ziehen nach Berlin. Die Zahl der Besucher und Touristen ist ebenfalls rapide gewachsen.

Gleichzeitig leidet die Stadt unter anhaltend hoher Arbeitslosigkeit, der höchsten Zahl von Hartz-IV-Empfängern und einer überdurchschnittlichen Kriminalitätsrate. "Trotz der guten Arbeitsmarktdynamik gelingt es in Berlin offenbar nicht, Milieus mit verfestigter Arbeitslosigkeit und Sozialproblematik an die Aufwärtsentwicklung heranzuführen", stellt die Studie fest.

Studie verweist auf ungelöste soziale Probleme

Auch die hohe Zahl der Straftaten verweise auf ungelöste soziale Probleme. Nur jedes zweite Unternehmen in Berlin beantwortete die Frage "Fühlen Sie sich in Ihrer Stadt sicher?" positiv. Schlecht schnitt Berlin auch bei der Wirtschaftsfreundlichkeit und dem Kostenbewusstsein der Verwaltung ab.

Die Studie resümiert: "Damit Berlin insgesamt vom Tabellenende wegkommt, muss es seine Sozialproblematik wirksamer anpacken. Dazu gehört immer auch ein gutes Wirtschaftsklima, damit Unternehmen das schaffen, was Berlin am dringendsten braucht: Arbeitsplätze."

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bekommt ihr Geld nach eigenen Angaben von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie. Als ihr Ziel nennt sie die konsequente wettbewerbliche Ausrichtung der Wirtschafts- und Sozialordnung.

Quelle: dpa/bee
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