26.11.12

Berliner Landgericht

Bandidos-Aussteiger zu mehrjähriger Haft verurteilt

Er hat der Rockerszene den Rücken gekehrt und war Kronzeuge der Anklage. Dennoch muss ein Berliner ins Gefängnis.

Wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung ist ein Aussteiger der Rockerbande Bandidos zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

Die Richter am Landgericht Berlin sahen es am Montag als erwiesen an, dass der Angeklagte im Januar 2010 mit anderen Bandidos-Unterstützern in Lichtenberg ein Mitglied der Hells Angels angegriffen und durch einen Messerstich am Oberschenkel verletzt hatte.

Das Gericht sprach in seinem Urteil gegen die beiden von einer menschenverachtenden Gesinnung und Selbstjustiz. Der Überfall auf den Hells Angel sei ein Präventivschlag gewesen, um ein Mitglied eines anderen Rockerclubs auszuschalten, erklärte der Richter.

Der eigentliche Täter ist bereits zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Bei dem anderen Überfall vom 31. März 2010 waren eine Mutter und ihre Tochter, die nichts mit der Rockerszene zu tun haben, in ihrer Wohnung gefesselt worden. Der heute 25-Jährige und seine drei Komplizen raubten Geld und Schmuck im Wert von 7000 Euro. Die beiden Frauen leiden bis heute unter Angstzuständen.

Die Staatsanwältin hatte fünf Jahre Haft für den Aussteiger beantragt. Besonders strafmildernd sei zu berücksichtigen, dass sich der 25-Jährige durch sein großes Maß an Aufklärungshilfe selbst in Gefahr gebracht habe. Es sei ihm hoch anzurechnen, "dass er trotz aller Anfeindungen seinen Mann steht", hatte die Anklägerin betont.

Vorstrafen von drei Jahren und zehn Monaten Haft bezog das Gericht in sein Urteil ein.

Nach seiner Festnahme hatte sich der damals 24-Jährige entschlossen, mit seiner kriminellen Vergangenheit abzuschließen. Anfang September hatte er dann als Kronzeuge erstmals in einem Prozess um Brandstiftung das in der Rockerszene geltende Gesetz des Schweigens gebrochen. In etwa 60 Vernehmungen hatte er zahlreiche Straftaten bekanntgemacht.

Ein weiterer Angeklagter, der frühere Präsident einer Unterstützergruppe des Rockerclubs Bandidos, muss viereinhalb Jahre in Haft. Zwei an einem Überfall beteiligte Mitangeklagte, die keiner Rockergruppe angehörten, bekamen jeweils vier Jahre und drei Monate Haft.

Quelle: dapd/dpa/sei
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