24.11.2012, 16:34

Berlin Feuerwerkskörper bei Gedenken an Neonazi-Opfer

Foto: Florian Schuh / dpa

Drei Demonstrationen fanden in Berlin statt. Linke protestierten in Friedrichshain, Neonazis in Rudow. Dazwischen: Fluglärmgegner.

Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei haben linke Gruppen am Sonnabnend in Berlin des von Neonazis getöteten Hausbesetzers Silvio Meier gedacht. Der Gedenkmarsch startete am U-Bahnhof Samariterstraße, wo Meier vor 20 Jahren erstochen wurde. Rund 3000 Menschen hatten sich nach Angaben der Polizei versammelt. Die Veranstalter sprachen von 5000 Demonstranten.

Die Teilnehmer zogen quer durch Friedrichshain in den Lichtenberger Weitlingkiez– ein Treffpunkt der NPD. Die Polizei war mit 1200 Einsatzkräften vor Ort. "Wir sind auf alles vorbereitet", sagte eine Sprecherin vor Beginn der Demonstration. Im vergangenen Jahr war es zu Rangeleien zwischen Polizisten und Autonomen gekommen. Flaschen, Farbbeutel und Steine flogen. Zu Beginn des Aufzugs flogen vereinzelt Böller. Andere Demonstranten zündeten Raketen und brannten Bengalische Fackeln ab - sogenannte Bengalos. Insgesamt blieb es aber bis zum Ende der Demonstration am Abend größtenteils friedlich.

NPD demonstriert in Rudow gegen Flüchtlingsheim

Zeitgleich demonstrierte die NPD in Rudow gegen ein dort geplantes Flüchtlingsheim. Nach Polizeiabgaben verlief der Protest friedlich. Mehrere hundert Menschen kamen zu einer Gegendemonstration. Die Gegner versuchten, die Kundgebung der Neonazis mit Trillerpfeifen und Sprechchören zu stören. Die Polizei war nach Angaben eines Sprechers mit rund 550 Beamten im Einsatz. Dabei kam es auch zu Rangeleien zwischen linken Demonstranten und Beamten. Die Demonstration der NPD-Gegner stand unter dem Motto "Solidarität mit den Flüchtlingen – Zusammen gegen Rassismus".

Fluglärm-Gegner vor der SPD-Parteizentrale

Dazwischen protestierten auch noch rund 1000 Fluglärm-Gegner gegen die geplanten Flugrouten des künftigen Hauptstadtflughafens. Sie fordern auch ein längeres Nachtflugverbot. Die Demonstranten zogen vom Potsdamer Platz bis zur SPD-Bundeszentrale. Vor dem Willy-Brandt-Haus war eine Kundgebung geplant. Der Protest richtet sich auch gegen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Die Fluglärmgegner kritisierten, Wowereit nehme die Sorgen der Bürger nicht ernst und entziehe sich dem Dialog. Die SPD müsse sich fragen lassen, ob sie weiterhin eine Volkspartei bleiben wolle oder eine Klientel-Partei für die Fluglärmlobby. Die Bürgerinitiative als Veranstalter der Demonstration in Berlin sprach von etwa 3000 bis 4000 Teilnehmern.

In anderen Bundesländern demonstrierten mehrere Hundert Bürger gegen Fluglärm. Rund um den Airport in Frankfurt/Main hängten Fluglärmgegner Protestbanner an dutzende Brücken. In München gingen mehr als 300 Menschen gegen nächtlichen Fluglärm auf die Straße.

(dpa/dapd/alu)
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