Sicherheit
Jetzt gibt es in Berliner Jobcentern Alarm-Pieper
Drohungen, Beleidigungen, Aggressionen sind in Jobcentern alltäglich. Jetzt tragen die Mitarbeiter in Lichtenberg zu ihrer Sicherheit Pieper.
Das Jobcenter im Berliner Bezirk Lichtenberg hat eine neue Maßnahme eingeführt, um gegen aggressive Hartz-IV-Empfänger vorzugehen: Die Mitarbeiter haben Alarmpieper erhalten, wie die Zeitung "B.Z." berichtet.
Diese erinnern optisch an Autoschlüssel. Kommt es dann zu einer bedrohlichen Situation, muss der betroffene Mitarbeiter an dem daran angebrachten Metallband ziehen. In der Folge wird ein sehr lauter und schriller Ton ausgelöst, der sogar zu Hörschäden führen kann.
"Das alarmiert nicht nur die Kollegen, sondern soll auch den Angreifer abschrecken", sagte Monika Bunge, Vize-Geschäftsführerin des Jobcenters, der "B.Z."
Statistisch alle zehn Tage ein Übergriff
Das Projekt ist eine Innovation, denn bislang gab es in Berlins Jobcentern nur einen stillen Alarm für Sachbearbeiter, der per Tastenkombination am PC ausgelöst wurde. Bunge: "Was aber sollen Mitarbeiter machen, die auf dem Gang oder der Toilette bedrängt werden?"
Bunge berichtet, dass es in ihrem Jobcenter regelmäßig zu bedrohlichen Situationen komme: "In diesem Jahr haben wir bereits 27 Hausverbote an aggressive Kunden erteilt. Rein statistisch passiert also alle zehn Tage etwas, da mussten wir reagieren."
Mord von Neuss war Auslöser für Maßnahme
Auch der Mord an einer Jobcenter-Sachbearbeiterin in Neuss (Nordrhein-Westfalen) hatte zu der Alarmpieper-Maßnahme beigetragen.
Im September hatte ein 52 Jahre alter Arbeitssuchender die 32-Jährige mit einem Messer attackiert; sie starb kurz darauf im Krankenhaus. Die Mitarbeiterin hatte keine Zeit mehr, zwei Alarmknöpfe unterhalb ihrer Tastatur zu drücken, die für solche Konfliktfälle installiert worden waren.
Der Täter wurde kurz nach der Tat festgenommen. Die Sicherheitsvorkehrungen im Jobcenter Neuss wurden nach der Bluttat erhöht.
















