24.11.12

Nach Gewaltattacken

Berliner S-Bahnhöfe bekommen ab 2013 Videokameras

1,8 Millionen Euro plant die Bundespolizei für die Überwachung der S-Bahnhöfe ein. Aber nicht alle Stationen werden mit Kameras ausgestattet

Foto: dpa

Momentan werden nur S-Bahnhöfe überwacht, in denen Züge des Fern- und Regionalverkehrs halten
Momentan werden nur S-Bahnhöfe überwacht, in denen Züge des Fern- und Regionalverkehrs halten

Die Bahnhöfe der Berliner S-Bahn sollen ab 2013 schrittweise mit Videoüberwachung ausgerüstet werden. Die Bundespolizei hat Geld in ihrem Etat, das für die Anschaffung der entsprechenden Technik ausgegeben werden soll, bestätigte am Freitag Ivo Priebe, Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam. Auf wie vielen der insgesamt 166 S-Bahn-Stationen in Berlin und Brandenburg Überwachungskameras installiert werden, stehe allerdings noch nicht fest.

Nach mehreren Gewaltvorfällen in und in der Nähe von S-Bahnhöfen waren vor allem in der Berliner Politik Stimmen laut geworden, die Stationen nach dem Vorbild der landeseigenen U-Bahnhöfe mit Kameratechnik auszustatten. Bisher werden lediglich Bahnhöfe überwacht, in denen auch Züge des Fern- und Regionalverkehrs halten. Dazu gehören etwa der Hauptbahnhof und die Bahnhöfe Südkreuz und Alexanderplatz. Auch an einigen S-Bahnhöfen sind Kameras installiert. Sie dienen aber nur als Hilfen für die Triebfahrzeugführer, die damit aus dem Zug heraus prüfen können, ob noch Fahrgäste ein- oder aussteigen. Die von diesen Kameras gelieferten Videobilder dürfen weder aufgezeichnet noch von der Polizei zur Strafverfolgung genutzt werden.

Prioritätenliste wird erstellt

Im Frühjahr hatte die Deutsche Bahn ein Konzept zur Ausstattung von bis zu weiteren 23 S-Bahnhöfen mit Überwachungstechnik vorgelegt. Der Bahnkonzern forderte dafür aber eine Kostenbeteiligung des Landes Berlin. Diese wird vom Senat mit der Begründung abgelehnt, dass dafür allein der Bund als Eigentümer der Bahnhöfe zuständig sei. Im Bundesetat sind nun zusätzlich 9,5 Millionen Euro für die Bundespolizei eingeplant, von denen 1,8 Millionen Euro ausdrücklich für die Videoüberwachung Berliner S-Bahnhöfe vorgesehen seien, wie Bundespolizei-Sprecher Priebe versicherte. "Gemeinsam mit der Bahn erarbeiten wir derzeit eine Prioritätenliste, die dann nach Einschätzung der Gefährdungslage abgearbeitet wird", so Priebe. Eine Ausstattung aller S-Bahnhöfe sei allerdings nicht vorgesehen.

Verkehrssenator Michael Müller (SPD) hatte noch am Donnerstag im Abgeordnetenhaus erklärt, dass das zusätzlich vom Bund bewilligte Geld zwar für den erweiterten Einsatz der Bundespolizei, nicht aber für die Kameraüberwachung von Bahnhöfen vorgesehen sei. Müller berief sich dabei auf Aussagen, die er von der Deutschen Bahn erhalten habe.

Quelle: fü
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    Die S-Bahn Berlin ist neben der landeseigenen Berliner BVG der zweite große Anbieter von Leistungen im öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadt. Mit ihren gelb-roten Zügen befördert das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG in einem 332 Kilometer langen Streckennetz mit 166 Haltepunkten bis zu 1,2 Millionen Fahrgäste am Tag. Besonders wichtig sind die Verbindungen in das Berliner Umland.

  • Wartungsmängel

    2009 kam es zu einem Radbruch, in deren Folge sich erhebliche technische Probleme und gravierende Wartungsmängel offenbarten. Schließlich legten die Aufsichtsbehörde große Teile der Flotte still, bei der S-Bahn wurde das gesamte Management ausgetauscht. Trotz Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in die Modernisierung von Zügen und Werkstätten ist das Angebot noch immer eingeschränkt. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist der Mangel an einsatzbereiten Fahrzeugen. Da das S-Bahn-System in Berlin ein technisches Unikat ist, müssen neue Züge extra gebaut werden.

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