21.11.2012, 13:38

Prozess Tod im U-Bahntunnel - Wachmänner schweigen

Foto: Axel Schmidt / dapd

Die Sicherheitsleute der BVG sollen nichts unternommen haben, um einen Mann aus einem Berliner U-Bahntunnel zu bergen. Er wurde überfahren.

Nach dem Tod eines Mannes in einem U-Bahntunnel in Berlin haben drei Sicherheitsmitarbeiter am Mittwoch in ihrem Prozess Aussagen verweigert. Vor dem Berliner Amtsgericht wirft die Staatsanwaltschaft den Wachmännern fahrlässige Tötung vor.

Die Angeklagten waren im Auftrag der BVG unterwegs, als sie im April 2008 von Fahrgästen gewarnt wurden, dass ein Mann mit Hund in einen Tunnel der U-Bahn gelaufen war.

Der 42-Jährige wurde überrollt und starb an seinen schweren Verletzungen. Die Sicherheitsleute werden beschuldigt, nichts unternommen zu haben, um das Unglück zu verhindern.

Ein damaliger Kollege wurde bereits im Mai 2010 zu sechs Monaten Haft mit Bewährung verurteilt. Im Prozess sagte der heutige Rentner, er hätte die Notbremse ziehen müssen. Im Nachhinein sei man immer klüger.

An jenem Abend hatte der damalige Wachmann nur aus dem Zug geschaut und nichts gesehen. Er sei davon ausgegangen, dass keine Gefahr bestehe, erklärte der 55-Jährige als Zeuge.

Nach Angaben eines früheren Betriebsleiters der U-Bahn werden die Wachleute von ihren Sicherheitsdiensten auf der Basis von BVG-Vorschriften geschult. Es werde unterrichtet, was zu tun sei, wenn sich jemand in Gefahr begibt, erklärte der Ingenieur im Prozess.

(dpa/mim)
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