21.11.12

André S.

Auftragskiller soll auf Berliner Rockerchef geschossen haben

Mit sechs Kugeln wurde André S. niedergeschossen. Nach fast fünfmonatigen Ermittlungen gibt es nun zwei Festnahmen und offenbar ein Motiv.

Foto: Steffen Pletl

 Beamte sichern Beweismaterial im Anwesen von Holger B. nahe Altlandsberg.
Beamte sichern Beweismaterial im Anwesen von Holger B. nahe Altlandsberg.

Für die Schüsse auf den Rockerchef der Hells Angels MC Nomads in Berlin-Hohenschönhausen vor fünf Monaten soll offenbar ein Auftragskiller verantwortlich sein. Dies teilte der Leiter der Task Force "Rocker", Jörg Raupach, am Mittwoch mit. Der Mann aus Osteuropa soll von zwei Ex-Rockern beauftragt worden sein, die einst in dem Club des im Juni lebensgefährlich verletzten Nomads-Chef André S. Mitglied waren.

Beide Männer im Alter von 51 und 63 Jahren wurden am Mittwoch in ihren Wohnungen in Wilmersdorf und im östlich von Berlin gelegenen Altlandsberg festgenommen. "Wir gehen von clubinterne Streitigkeiten als Hintergrund der Tat aus", sagte Raupach. Demnach wollte sich der 51-Jährige Holger B. wohl dafür rächen, dass er vor Jahren als Vorgänger von S. unehrenhaft ausgeschlossen worden war. Der Grund soll ein Griff in die Clubkasse gewesen sein. Danach war er selbst Opfer eines Anschlags geworden, den er nur knapp überlebte.

Der 47 Jahre alte Chef-Rocker war am frühen Morgen des 10. Juni am Hintereingang seines Lokals "Germanenhof" in Hohenschönhausen niedergeschossen worden.. Die Berliner Staatsanwaltschaft wollte sich am Mittag auf einer Pressekonferenz zu dem Fall äußern.

Bandidos und Hells Angels sind seit Jahren verfeindet

Zuvor waren auch die verfeindeten Bandidos als Täter vermutet worden. Dies wird inzwischen aber ausgeschlossen. Die beiden Clubs tragen seit langem erbitterte Machtkämpfe aus. Dabei geht es um kriminelle Geschäfte mit Drogen, Waffen und Prostitution.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll unter den Festgenommenen auch ein ehemaliger Boss der Berliner Hells Angels sein. Der Ex-Rocker überlebte im Mai 2011 selbst nur knapp einen Mordanschlag.

André S. kooperiert nicht mit der Polizei

Er soll Jahre zuvor unehrenhaft aus dem Club wegen Unregelmäßigkeiten in der Vereinskasse entlassen worden sein. Führenden Kriminalbeamten zufolge werden Fehlgriffe oft auch erst Jahre später geahndet – gemäß dem Credo: "Gott vergibt, Rocker nicht."

André S. hatte eine Zusammenarbeit mit der Polizei stets verweigert. Ein Rocker-Gebot besagt: Sprich nicht mit der Polizei, auch wenn du das Opfer bist. Ermittler waren deshalb auf Zeugenaussagen angewiesen und mussten die Tat mühsam rekonstruieren.

Quelle: dpa/nbo
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