19.11.12

Bluttat in Berlin

Mutmaßlicher Täter nach Verstümmelung im Iran gefasst

Er verletzte seine Lebensgefährtin mit einem Messer schwer. Jetzt wurde der mutmaßliche Täter offenbar gefasst - im Iran.

Foto: Steffen Pletl

In diesem Haus in Berlin-Schöneberg kam es zu der grausamen Tat
In diesem Haus in Berlin-Schöneberg kam es zu der grausamen Tat

Rund drei Wochen nach der Verstümmelung einer Iranerin in Berlin ist der untergetauchte Verdächtige gefasst. Der 45-Jährige sei am Sonntag auf dem Weg in die iranische Hauptstadt Teheran von der dortigen Polizei festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Fars am Montag. Er habe die Tat gestanden und als Grund angegeben, dass seine Lebensgefährtin ihn mit einem anderen Mann betrogen habe.

Die "Bild"-Zeitung und die "Berliner Zeitung" hatten zuvor von einer Festnahme berichtet. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin sagte, die Ermittlungsbehörde prüfe Informationen aus dem Iran, dass der Gesuchte festgenommen worden sei.

Der 45-Jährige soll seine Lebensgefährtin Ende Oktober in der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Schöneberg grausam verstümmelt haben. In seiner Vernehmung habe er jedoch gesagt, vieles in den Berichten über ihn und seine Tat sei nicht wahr, berichtete Fars. Der Fall werde nun von der Teheraner Kriminalpolizei weiter bearbeitet, hieß es.

Dem Bericht zufolge war der 45-Jährige ein paar Tage zuvor über die Türkei eingereist. Die Behörden in Teheran seien aber über die Flucht informiert gewesen und hätten den Fahndungsaufruf an alle Grenzkontrollstationen weitergeleitet. Der 45-Jährige, der früheren Angaben zufolge irakisch-iranischer Herkunft ist und die niederländische Staatsangehörigkeit besitzt, habe wohl in Teheran untertauchen wollen

Auch für Profis kein alltäglicher Einsatz

Den Beamten bot sich in Berlin ein schreckliches Bild. "Auch für Profis war das kein alltäglicher Einsatz", hieß es nach der Tat bei der Feuerwehr, die von der Polizei zum Tatort gerufen wurde. Ein Notarzt versorgte die Wunden der blutüberströmten Frau noch vor Ort. Sie wurde ins Virchow-Klinikum gebracht. Dort musste sie wegen ihrer lebensgefährlichen Verletzungen notoperiert werden.

Die Hintergründe für die Tat liegen weiter völlig im Dunkeln. Die 2. Mordkommission des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes übernommen.

Der Fall erinnert in seiner Grausamkeit an das Familiendrama am 4. Juni 2012 in Kreuzberg. In der Köthener Straße hatte ein 32-Jähriger seiner Frau den Kopf sowie eine Brust abgeschnitten und in den Innenhof geworfen. Die Kinder waren in einem Nebenzimmer. Der Tatverdächtige kommt nächsten Dienstag vor Gericht. Wegen seiner psychischen Erkrankung gilt er als schuldunfähig.

Quelle: dpa/nbo
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