18.11.12

Nahost-Konflikt

Berliner bekunden Solidarität mit Israel und Gaza

Mehrere hundert Menschen haben gegen die Angriffe auf Israel und auf den Gazastreifen demonstriert. Es kam zu kleineren Zwischenfällen.

Foto: dapd

Eine Demonstrantin hält in Berlin bei einer Demonstration unter dem Motto „Solidarität mit Israel! Befreit Gaza - von der Hamas!“ ein Schild mit der Aufschrift „Israel kämpft gegen Terror in Gaza“
Eine Demonstrantin hält in Berlin bei einer Demonstration unter dem Motto "Solidarität mit Israel! Befreit Gaza - von der Hamas!" ein Schild mit der Aufschrift "Israel kämpft gegen Terror in Gaza"

In Berlin haben am Sonntag bei zwei Demonstrationen jeweils mehrere hundert Menschen gegen die Angriffe auf Israel und auf den Gazastreifen demonstriert.

In Charlottenburg bekundeten am Kurfürstendamm etwa 500 Personen ihre Solidarität mit dem jüdischen Staat. Am Neuköllner Hermannplatz fanden sich laut Polizei 750 Personen zu einer pro-palästinesischen Kundgebung ein.

In Neukölln kam es nach Behördenangaben zu kleineren Zwischenfällen, mehrere Personen wurden – zum Teil vorübergehend - festgenommen. Sie hatten unter anderem Widerstand gegen Beamte geleistet und unerlaubt Pyrotechnik genutzt, hieß es.

Die Pro-Israel-Demonstration blieb hingegen friedlich. Sie wurde von zahlreichen Prominenten besucht, darunter Berlins ehemaligem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU). Die Kundgebung soll künftig jeden Sonntag stattfinden, so lange Israel weiter vom Gazastreifen aus beschossen wird, hieß es weiter.

Kritik an Berichterstattung in Deutschland

Zahlreiche Redner beschworen die deutsche Öffentlichkeit, aber auch die internationale Gemeinschaft, keine doppelten Standards anzulegen, wenn es um das Recht Israels auf Selbstverteidigung gehe.

Der in Jerusalem lebende Publizist und Journalist Ulrich Sahm setzte sich mit seiner Ansicht nach verbreiteten Vorurteilen gegenüber den militärischen Reaktionen Israels auseinander. Beispielsweise sei es "reine Gehässigkeit", dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu damit "Wahlkampf" zu unterstellen. In Wahrheit würden dem Politiker tote Soldaten nur schaden. Vielmehr sei das Handeln der Hamas Absicht gewesen. Ihre Angriffe auf israelische Soldaten und gegen die Zivilbevölkerung hätten die Offensive gezielt provoziert.

Gleichfalls unsinnig sei jene in der deutschen Presse immer wieder formulierte "Sorge" um die Stabilität im Nahen Osten, sagte Sahm. "Wo bitte herrscht in der Region und in Nordafrika Stabilität?" fragte er und ging namentlich alle Krisenherde durch, allen voran Syrien. Danach stellte er rhetorisch in den Raum: "Aber Stabilität ist wohl nur gegeben, wenn sich Juden ohne Gegenwehr terrorisieren und vielleicht abschlachten lassen." Zugleich monierte er, dass der Waffengang der Israelis sofort kritisiert worden sei, nicht aber, "wenn Raketen aus den Palästinensergebieten fliegen".

Jochen Feilcke von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg sagte in seiner Rede: "Während deutsche Politiker am warmen Kamin nach Formulierungen suchen, ob die Gegenangriffe Israels verhältnismäßig sind, sterben Menschen im Raketenhagel der Hamas." Niemand wolle Raketen, Krieg und Gewalt. Allerdings könne es echten Frieden nur mit friedfertigen Menschen geben, wozu militante Palästinenser eben nicht zählten. "Seit nunmehr 64 Jahren führen die Palästinenser Krieg gegen Israel."

Kramer sieht Iran als Strippenzieher

Auch der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, kritisierte die seiner Ansicht nach oft falsche Berichterstattung in Deutschland über das Geschehen. "Jeder, der sich berufen fühlt, Israel zu verdammen, der sollte sich fragen, was wäre, würde hier in Deutschland, sagen wir, Baden-Württemberg mit Raketen beschossen würde." Das Problem sei hierzulande über Jahre "verniedlicht" worden. Hinter dem Terror aus Gaza stehe der Iran: "Unter der Hamas-Diktatur wurde der Gaza-Streifen ein vorgelagerter Stützpunkt des iranischen Geheimdienstes und der iranischen Streitkräfte."

Angesichts dessen forderte Kramer eine klare Haltung der Bundesregierung gegenüber dem Iran. Deutschland komme eine Schlüsselrolle zu, wenn es um Sanktionen gegen das Regime gehe. Es sei zwar gut, dass das Existenzrecht Israels Staatsräson ist, dem müssten nun aber auch Taten folgen. "Schluss mit dem Appeasement, Schluss mit dem Kuschelkurs", rief Kramer.

Quelle: dapd/sei
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