13.11.12

Krankenstand

Berliner melden sich besonders oft krank

Jeder 20. gesetzlich Versicherte fehlt bei der Arbeit – übertrumpft werden die Berliner beim Krankenstand nur von den Brandenburgern.

Foto: picture-alliance/dpa

Wird in Berlin besonders häufig ausgestellt: die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Wird in Berlin besonders häufig ausgestellt: die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

In Berlin steigt der hohe Krankenstand weiter: Im Durchschnitt gehen pro Tag 4,7 Prozent der gesetzlich Versicherten aus Krankheitsgründen nicht zur Arbeit. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 3,8 Prozent. In Brandenburg liegt die Quote aber sogar bei 5,1 Prozent. Das geht aus dem neuen Gesundheitsbericht hervor, den Berlin und Brandenburg am Dienstag gemeinsam vorlegten. Sechs gesetzliche Krankenkassen und die Deutsche Rentenversicherung lieferten dazu Daten aus den Jahren 2009 bis 2011. Allein 2011 gingen danach in beiden Ländern mindestens 25 Millionen Arbeitstage verloren. "Das ist ein immenser volkswirtschaftlicher Verlust", sagte Rolf Müller von HealthCapital Berlin-Brandenburg.

Die meisten Fehltage insgesamt entstanden durch Muskel-Skelett-Erkrankungen, gefolgt von Krankheiten des Atmungssystems und psychischen Leiden, deren Anteil seit Jahren stetig wächst. Letzteres ist vor allem in Berlin der Fall. Frauen sind in der Hauptstadt mit durchschnittlich 13,7 Tagen länger krankgeschrieben als Männer (13 Tage).

Viele Krankmeldungen im öffentlichen Dienst

Die meisten Krankmeldungen gibt es in öffentlichen Verwaltungen und im Gesundheitswesen, betroffen sind oft Kindergärtnerinnen, Gesundheitspfleger, Hebammen und Sozialarbeiter. In der freien Wirtschaft, etwa in der Datenverarbeitung oder im Verkauf, gibt es weniger Fehltage.

Daten der Rentenversicherung zeigen zudem: Psychische Erkrankungen sind mit Abstand die wichtigste Ursache für Frühberentungen, nämlich in fast der Hälfte der Fälle. Druck und Personalausdünnung am Arbeitsplatz sind mögliche Gründe dafür.

Weshalb jedoch die Krankenstände gerade in Berlin und Brandenburg so überdurchschnittlich hoch sind, darauf gibt der Bericht keine genaue Antwort. "Jetzt geht es, in die Tiefe zu bohren", kündigte Prof. Günter Stock (HealthCapital) an. "Der Bericht macht deutlich, welche Bedeutung dem betrieblichen Gesundheitsmanagement zukommt", sagte Berlins Gesundheits-Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner (CDU). Vor allem kleine und mittlere Betriebe sollten unterstützt und über bereits bestehende Möglichkeiten informiert werden.

Quelle: dpa/nbo/ap
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