12.11.12

BVG und S-Bahn

Ab Januar kommt in Berlin das E-Ticket für den Nahverkehr

Eine Chipkarte soll die alte Papier-Wertmarke ersetzen. BVG und S-Bahn sparen dadurch Geld ein, doch auch für die Kunden gibt es Vorteile.

Foto: dapd

Die Chipkarte für die Kunden der BVG und S-Bahn soll bis zu fünf Jahre gültig sein und die Wertmarken ersetzen
Die Chipkarte für die Kunden der BVG und S-Bahn soll bis zu fünf Jahre gültig sein und die Wertmarken ersetzen

Jahrelang wurde er angekündigt, nun kommt er tatsächlich: der elektronische Fahrausweis im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Ab Januar wird das Ticket mit dem Namen "VBB-fahrCard" schrittweise von zunächst 13 Anbietern in Berlin und Brandenburg eingeführt, darunter von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), der S-Bahn Berlin, den Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP) und der privaten Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg).

Die "VBB-fahrCard" wird erst einmal an alle Abonnenten sowie ausgewählte Schüler und Lehrlinge versandt, die ein Jahres-Abo für die Tarifbereiche Berlin ABC (Berlin und Umland), Potsdam ABC sowie für Brandenburg/H., Frankfurt/O. und die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Oberhavel und Havelland haben. Ab 2014 sollen dann alle Abonnenten im Verbundgebiet das E- Ticket erhalten.

Bis zu fünf Jahre gültig

Die Chipkarte im Scheckkartenformat soll bis zu fünf Jahre gültig sein und die Wertmarken ersetzen, die von den Verkehrsunternehmen zwei Mal pro Jahr an die Abonnenten per Post verschickt werden. Der Wegfall von Portokosten, die höhere Fälschungssicherheit des E-Tickets und deren einfachere Kontrolle sind Punkte, von denen sich BVG, S-Bahn und Co. auch spürbare Kosteneinsparungen versprechen.

Doch auch für die Kunden soll die fahrCard viele Vorteile bringen. Sie müssen zum Beispiel nicht mehr darauf achten, ob sie die Wertmarke rechtzeitig zum Beginn eines neuen Monats gewechselt haben. Jeder Säumige wird derzeit noch unfreiwillig zum "Schwarzfahrer" und muss mindestens eine Gebühr von sieben Euro wenn nicht sogar 40 Euro "erhöhtes Beförderungsentgelt" für seine Vergesslichkeit bezahlen.

Allerdings entfällt mit der fahrCard dann auch die Möglichkeit, dass zum Monatswechsel jeweils zwei Familienangehörige gleichzeitig das Ticket nutzen können. Möglich ist dies derzeit noch, weil übertragbare Umweltkarten jeweils am letzten Tag des alten und am ersten Tag des neuen Monats gültig sind. Der Fahrgastverband Igeb kritisierte das E-Ticket daher schon als "versteckte Preiserhöhung".

Bereits seit September 2011 wird der elektronische Fahrschein von verschiedenen Unternehmen erprobt. Bei der BVG sind bislang 3200 Kunden mit den Chipkarten ausgerüstet. Einzelne Kritiken, dass sich durch die Kontrollgeräte etwa die Einstiegszeit im Bus unnötig verlängere, weist BVG-Sprecherin Petra Reetz zurück. In Städten wie Paris würden bereits seit Jahren Lesegeräte in Bus und Metro eingesetzt, ohne dass dort bisher der Nahverkehr zusammengebrochen sei.

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