10.11.12

Im Dachsbau gefangen

Große Rettungsaktion für einen kleinen Hund

Die Berliner Feuerwehr gräbt stundenlang im Tegeler Forst nach Skipper. Der Terrier saß in einem Dachsbau fest.

Von Peter Oldenburger
Foto: Steffen Pletl

Elena (8) hält ihren Skipper wieder in den Armen, nachdem der Parson Russell Terrier in der Nacht sieben Stunden in einem Dachsbau gefangen war.

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Ein allzu munterer Vierbeiner und sein offenbar etwas nachlässiges Herrchen haben in Konradhöhe einengeradezu spektakulären Rettungseinsatz der Berliner Feuerwehr und desTechnischen Hilfswerkes (THW) ausgelöst.

Der Mann war gemeinsam mit seiner Tochter Elena (8) nach Einbruch der Dunkelheit am Freitagabend an der Rauhfußgasse mit seinem Parson Russell-Terrier Skipper am Waldrand spazieren gegangen, als sich der weiß-hellbraune gefleckte Rüde plötzlich losriss und samt Leine davonrannte.

Noch bevor der Hundehalter etwas unternehmen konnte, verschwand das Tier im Tegeler Forst in einem nahe gelegenen Dachsbau – und kam auch auf mehrfaches Rufen einfach nicht wieder zum Vorschein.

Wie sich später herausstellte, hatte sich der Hund in einem Gängelabyrinth in seiner Hundeleine verfangen. Selbst wenn der Rüde gewollt hätte, er hätte gar nicht zu seinen Herrchen zurückkehren können. In ihrer Verzweiflung sahen Vater und Tochter nur noch die Möglichkeit, die Feuerwehr zu alarmieren.

Die Einsatzkräfte rückten gegen 18.30 Uhr mit einer Staffel an, unmittelbar darauf begannen die Rettungskräfte mit dem Graben, ohne genau zu wissen, wo der Hund feststeckte. Nach einiger Zeit wurde den Feuerwehrleuten klar, dass sie angesichts der Größe des in Frage kommenden Geländes vor einerschier unlösbaren Aufgabe standen.

Daraufhin rückten zwei weitere per Funk alarmierte Staffeln zur Unterstützung an. Mit vereinten Kräften gruben insgesamt knapp 20 Feuerwehrleute den – wie sich herausstellte – weitläufigen und sehr tief reichenden Dachsbau auf.

Zu diesem Zeitpunkt konnten die um dem schon neun Jahre alten Familienhund bangende Besitzer noch nicht ahnen, dass sich die Rettungsaktion bis in die Nacht hineinziehen würde. Die Feuerwehrmänner lösten sich nach und nach bei der schweißtreibenden Arbeit ab. Außer den Männern der Berufsfeuerwehr wurden sie dabei auch von Kräften derFreiwilligen Feuerwehr Wedding unterstützt.

"Die Kollegen mussten bei diesem Einsatz überaus behutsam vorgehen, um weder das Tier noch sich selbst zu gefährden. Der stellenweise recht lockere Waldboden hätte leicht nachgeben und Einsatzkräfte oder den Hund verschütten können", sagte Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer am Sonnabend.

Erst weit nach Mitternacht, exakt um 1.33 Uhr, war die umfangreiche Aktion schließlich von Erfolg gekrönt. Behutsam übergaben die Feuerwehrmänner den inzwischen doch recht verängstigten, aber unverletzten Terrier seiner Besitzerin Almuth B.

Die kleine Elena, für die Skipper seit ihrer Geburt Spielgefährte und Freund ist, dürfte trotz der späten Stunde ihren Vierbeiner begrüßen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Feuerwehr den Waldboden innerhalb von acht Stunden auf einer Fläche von 50 Quadratmetern und bis zu bis zu dreieinhalb Metern Tiefe aufgegraben. Das Zuschütten des Dachsbaus übernahmen dann Einsatzkräfte des THW.

Der Einsatz von zusätzlich anwesenden Rettungskräften der Feuerwehrwurde jedoch nicht notwendig. "Unser Skipper ist ein neugieriger, aufgeweckter Hund", sagte Besitzerin und Tierärztin Almuth B. Dem glücklichen Ende könnte allerdings noch ein saftiger Gebührenbescheid der Feuerwehr für den langwierigen Einsatz folgen.

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