08.11.12

Prozessauftakt

Berlinerin bestreitet Messerangriff aus Mordlust

Aus "Genuss am Zustechen und Töten" soll eine 41-Jährige auf einen Bekannten eingestochen haben. Sie begründet ihre Tat mit Angst.

Im Prozess um einen Messerangriff auf einen Mann hat die 41 Jahre alte Angeklagte den Vorwurf der Mordlust bestritten.

Über ihre Anwältin räumte sie am Donnerstag vor dem Landgericht Berlin ein, auf den Mann aus Angst, vergewaltigt zu werden, "reflexartig" zugestochen zu haben. Sie habe die Tat aber weder geplant noch genossen, hieß es darin.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, im Juni 2012 einen 31-jährigen Mann in ihrer Wohnung in Spandau aus "Genuss am Zustechen und Töten" mit einem Messer in den Bauch gestochen zu haben. Sie ist wegen versuchten Mordes angeklagt.

Opfer kann sich nicht erinnern

In Erwartung sexueller Handlungen soll sich das spätere Opfer die Augen verbinden lassen haben. Der Mann erlitt Verletzungen am Darm und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.

Im Prozess gab der 31-Jährige an, kaum Erinnerungen an das Geschehen zu haben, weil er zu betrunken gewesen sei. Die Angeklagte habe ihn am Abend in einem Café angesprochen, ob er mit zu ihr gehen und etwas trinken wolle, sagte er. "Dann weiß ich noch, wie ich runter zum Imbiss gelaufen und dort zusammengebrochen bin".

Seinen Angaben nach kannte er die Angeklagte von einer früheren Begegnung. Sie hätten damals zusammen mit anderen Männern in ihrer Wohnung getrunken.

Panisch vor Angst

Auch die Angeklagte war nach Angaben der Verteidigung "sehr betrunken". Es sei von ihr "naiv" gewesen, einen fremden Mann mit in die Wohnung zu nehmen. Sie müsse sich vorwerfen lassen, dass er "Erwartungshaltungen" hatte. Sie habe das aber erst bemerkt, als er sich entblößt und sich dann auf sie gelegt habe.

Panisch vor Angst habe sie ihm dann vorgespielt mitzumachen. Ihren Angaben nach verband sie dem Mann die Augen und holte dann ein Küchenmesser, um ihn damit "einzuschüchtern". Als der 31-Jährige wieder versuchte, sie anzufassen, habe sie panisch einen Schritt zurück gemacht und reflexartig zugestochen, hieß es.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: dapd/sei
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