Jahrestag Mauerfall
Elke Kielberg - Türsteherin im Berliner Todesstreifen
Elke Kielberg ist Besucherbetreuerin in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße in Mitte. Die Mauer teilte auch ihre Familie.
Am 9. November 2012 treffen sich Gemeindemitglieder und Gäste in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße (ab 10 Uhr Gedenkandacht). Denn der Mauerfall von 1989 jährt sich an diesem Tag zum 23. Mal. Elke Kielberg arbeitet seit zehn Jahren ehrenamtlich als Besucherbetreuerin, sie ist "Türsteherin" und Ansprechpartnerin der Kapelle. Die Mauer teilte auch ihre Familie.
Am liebsten hält sie sich im Hintergrund. Sie steht im Eingangsbereich der Kapelle der Versöhnung in Berlin-Mitte und schaut den Hunderten Besuchern zu, die pro Tag an ihr vorbeigehen. Wenn jedoch jemand eine Frage an sie hat, kommt sie schnell ins Erzählen.
Über die Geschichte der Gemeinde und ihre eigene. "Seit frühester Kindheit ist die Gemeinde meine Heimat", erinnert sie sich. Bis zum 13. August 1961 verbrachte sie viel Zeit mit ihrer Cousine, dann teilte die DDR das Gemeindegebiet und damit Elke Kielbergs Familie.
Die Kirche der Versöhnungsgemeinde stand auf dem Grenzabschnitt Bernauer Straße auf dem sogenannten "Todesstreifen". Die Gemeinde zerfiel in einen Ost- und Westteil.
Im Januar 1985 sprengte das sozialistische Regime die 1894 erbaute Versöhnungskirche, um den Grenzabschnitt aus Sicht der DDR-Führung "sicher und sauber" zu machen. Nach dem Mauerfall am 9. November 1989 vergingen sechs Jahre bis die Gemeinde das Gelände zur sakralen Nutzung zurückerhielt.
An Stelle der alten Versöhnungskirche wurde eine Kapelle – ein Stampflehmbau – errichtet und am 9. November 2000 eingeweiht. Verbliebene Materialien und Bauteile der alten Kirche wurden in der neuen integriert oder verarbeitet.
Die Kapelle der Versöhnung ist Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße. Seit dem 13. August 2005 gibt es dort täglich von Dienstag bis Freitag um 12 Uhr eine viertelstündige Andacht. Deren Mittelpunkt ist die Biographie eines Mauertoten, um an dessen Schicksal auch weiterhin zu erinnern.
Elke Kielberg hilft dann bei den Vorbereitungen zur Andacht. Und immer wieder erzählt sie interessierten Besuchern die Geschichte der Kirche, der Kapelle – und ihres Lebens, das eng mit der Versöhnungsgemeinde verknüpft ist.
















