Darmkeim
Berliner Charité-Chef weist Kritik an Klinikum zurück
Karl Max Einhäupl sieht keine Versäumnisse bei der Hygiene auf der Frühchenstation und korrigiert Charité-Angaben.
Nach den Vorwürfen des Gesundheitsamtes Berlin-Mitte und des Gesundheitssenators Mario Czaja (CDU) gegen die Charité und das Deutsche Herzzentrum hat sich jetzt der Vorstandsvorsitzende der Charité eingeschaltet.
Karl Max Einhäupl weist die Kritik zurück, die Charité habe im Umgang mit dem Ausbruch der Keime auf dem Campus Virchow Fehler gemacht. "In der Charité ist kein Kind an Serratien-Infektionen zu Schaden gekommen", sagte Einhäupl Morgenpost Online. Er könne "im Moment auch nicht erkennen, dass es unter den Mitarbeitern Versäumnisse bei der Hygiene gegeben" habe, die zur Ausbreitung des Serratien-Keims geführt haben könnten.
Auf den beiden Frühchen-Stationen war bei 22 Babys die Besiedlung mit dem Darmkeim ermittelt worden, seit der Ausbruch am 8. Oktober 2012 festgestellt wurde. Sieben Kinder erkrankten nach der Infektion. Zurzeit werden noch fünf deswegen mit Antibiotika behandelt.
Einhäupl korrigierte in Teilen auch die bisher auch von der Charité selbst verbreitete Darstellung, das am 5. Oktober 2012 nach einer Operation im Herzzentrum gestorbene Frühchen sei mit dem Keim infiziert gewesen, als es aus der Frühchen-Station vom Virchow ins benachbarte Herzzentrum verlegt wurde. Das Kind sei ohne Serratien ins DHZ gekommen, sagte der Charité-Chef. Das Baby sei auch nicht an einer Serratien-Infektion gestorben, sondern an seiner schweren Herzerkrankung, bei der die Serratien einen fraglichen Beitrag geleistet hätten, wenn es einen solchen überhaupt gegeben habe.
Dagegen hatte die Charité selbst in einer in der vergangenen Woche an die Presse gegebenen Frage-Antwort-Liste zu dem Fall von einem "Infektionsweg zur Blutvergiftung, an dem das Baby starb" geschrieben.















