27.10.12

Tödliche Attacke

Mutmaßlicher Haupttäter im Fall Jonny K. ist vorbestraft

Der 19 Jahre alte Mann, der auf der Flucht ist, soll nach Gewaltdelikten wenige Wochen vor der Tat ein Anti-Gewalt-Seminar absolviert haben.

Foto: dapd

Mehrere Jugendliche hatten im Oktober 2012 einem 20-Jährigen in Berlin-Mitte immer wieder gegen den Kopf getreten. Das Opfer starb wenig später in einem Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.

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Die Freilassung zweier Tatverdächtiger im Berliner Mordfall Jonny K. ist auf heftige Kritik gestoßen. Politiker und Experten sprachen von einem falschen Signal und einem Schlag ins Gesicht der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die Entscheidung des Haftrichters Beschwerde eingelegt.

Inzwischen wurde bekannt, dass der mutmaßliche Haupttäter bereits wegen Gewaltdelikten vorbestraft ist. Der 19-Jährige aus Wedding hatte wegen einer Verurteilung im Sommer ein Anti-Gewalt-Seminar absolvieren müssen.

Wie Morgenpost Online weiter erfuhr, handelt es sich bei dem Gesuchten um Onur U., Neffe eines international bekannten Boxers aus Berlin mit türkischer Herkunft.

Der 19-Jährige lebt bei seiner Mutter und war ein Boxtalent, das seinem Onkel, einem Europameister und Olympia-Medaillengewinner, nacheiferte Nach rbb-Informationen wurde U. im Juni 2012 wegen Körperverletzung und Nötigung zu zwei Wochen Dauerarrest verurteilt und musste an einem Anti-Gewalt-Seminar teilnehmen.

Am Mittwoch hatten sich zwei Verdächtige gestellt. Ein 21-Jähriger erhielt Haftbefehl mit Haftverschonung. Angesichts der Schwere des Deliktes ist eine Haftverschonung nicht hinnehmbar, so Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Seine Behörde hat gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt, eine Entscheidung soll kommende Woche fallen.

Eine Trauerfeier für den getöteten Jonny K. findet am morgigen Sonntag im Haus der Begegnung, Fürstenbrunner Weg 10– 12 in Westend statt. Zunächst werden Angehörige und Freunde von dem 20-Jährigen Abschied nehmen, ab 15 Uhr ist die Öffentlichkeit zugelassen.

Die Beisetzung selbst soll im engsten Familienkreis stattfinden. Die Bestattungskosten werden von dem gemeinnützigen Verein "Berliner helfen", der auf eine Initiative der Berliner Morgenpost zurückgeht, in Kooperation mit einem Bestattungsunternehmen getragen.

Quelle: hhn/pol/plet
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