25.10.12

Fall Jonny K.

Berliner Polizei ist Schläger in der Türkei auf der Spur

Einer der Täter, die Jonny K. am Alexanderplatz tot geprügelt haben sollen, ist aus Berlin geflohen. Er soll sich in der Türkei aufhalten.

Foto: dapd

Mehrere Jugendliche hatten im Oktober 2012 einem 20-Jährigen in Berlin-Mitte immer wieder gegen den Kopf getreten. Das Opfer starb wenig später in einem Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.

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Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Nach der tödlichen Prügelattacke vom Berliner Alexanderplatz sind noch nicht alle Verdächtigen gefasst. Gegen einen jungen Mann wurde Haftbefehl erlassen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könnte sich einer der Verdächtigen in die Türkei abgesetzt haben. Der deutsche Staatsbürger könnte nach den bisherigen Ermittlungen die treibende Kraft bei dem Überfall auf den 20-jährigen Jonny K. am Alexanderplatz gewesen sein, sagte Staatsanwaltschafts-Sprecher Martin Steltner am Donnerstag.

Insgesamt sind noch drei Verdächtige auf der Flucht, drei wurden festgenommen. Die Namen der Geflüchteten sind laut Polizei bekannt.

Am Donnerstag sollten zwei Verdächtige, die sich am Vortag mit ihren Anwälten bei der Polizei gestellt hatten, einem Haftrichter vorgeführt werden. Dieser entscheidet, ob die 19 und 21 Jahre alten Männer in Untersuchungshaft kommen. Gegen einen 19-Jährigen wurde bereits Haftbefehl erlassen – wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge.

Bei Mordkommission gemeldet

Zielfahnder hatten am Dienstag zunächst den 19-Jährigen im Stadtteil Wedding festgenommen. Am Mittwoch stellten sich dann die zwei weiteren Verdächtigen. Sie meldeten sich in Begleitung eines Anwalts direkt bei der Mordkommission.

Den Männern wird vorgeworfen, in der Nacht zum 14. Oktober den Jonny K. vor einem Lokal nahe dem Alexanderplatz so brutal zusammengeschlagen und getreten haben, dass er einen Tag später an Gehirnblutungen starb.

Das Opfer hatte nach einem Disco-Besuch einem betrunkenen Freund helfen wollen, als er unvermittelt von der Gruppe angegriffen wurde. Vermutet wurde, dass die Täter aus der nahe gelegenen Bar "Cancún" gekommen waren. Dort hatten in der Tatnacht bis zu 700 Menschen auf Einladung eines türkischen Musikers gefeiert.

Die Gewaltattacke hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Quelle: dpa/mim
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Trauerfeier am Sonntag
  • Gedenken

    Am Sonntag, dem 28. Oktober 2012, haben alle Berliner noch einmal Gelegenheit, sich von Jonny K. zu verabschieden. In der Zeit von 15 bis 18 Uhr im Haus der Begegnung in Charlottenburg, Fürstenbrunner Weg 10-12, 14059 Berlin (S-Bahnhof Westend). Die Trauerfeier und die Beisetzung erfolgen im engsten Familienkreis.

  • Engagement

    Der Verein Berliner helfen e.V., eine Initiative der Berliner Morgenpost, übernimmt in Kooperation mit dem Bestattungsinstitut Grieneisen die Kosten für die Beerdigung und die Trauerfeier. Die Familie wünscht sich auch einen Grabstein, der an Jonny K. erinnert.

  • Unterstützung

    Wer die Spandauer Familie des Gewaltopfers vom Alexanderplatz finanziell unterstützen möchte, kann spenden an:

    Berliner helfen e.V.

    Stichwort "Jonny"

    Bank für Sozialwirtschaft

    Konto 33 07 100 (Spendenkonto 55), BLZ 100 205 00

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