Urteil
Berliner Millionenbetrüger muss sechs Jahre in Haft
Versprochen wurden Renditen von bis zu siebeneinhalb Prozent. Eine Million Euro floss jedoch in die Taschen des Betrügers.
Wegen gewerbsmäßigen Betrugs ist ein 26-Jähriger zu insgesamt sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde am Donnerstag schuldig gesprochen, von 2008 bis 2010 insgesamt 72 Anleger mit vermeintlich lukrativen Geldanlagen um eine Million Euro betrogen zu haben. Vor dem Landgericht Berlin hatte der Mann ein pauschales Geständnis abgelegt.
Von den Kapitalanlegern hatte er in den knapp zwei Jahren Beträge zwischen 3000 und 75.000 Euro kassiert.
Auf professionell gestalteten Prospekten hatte der Angeklagte für Beteiligungen an einer Tochter eines renommierten norwegischen Energieunternehmens geworben. Zugesagt wurde eine Rendite von 5,5 bis 7,5 Prozent.
Gutgläubig überwiesen Familien Ersparnisse, um ihre Rente aufzubessern, sagte der Ankläger, der achteinhalb Jahre Haft forderte. Keiner ahnte, dass das vermeintliche Tochterunternehmen eine vom Angeklagten gegründete Scheinfirma war.
Das Geld hatte der Angeklagte selbst vom Konto abgehoben. Eigenen Angaben nach hatte der 26-Jährige Kokain konsumiert und größere Summen in Kasinos verspielt. Im Prozess blieb aber offen, wo das Geld blieb. "Vielleicht hat der Mann Goldbarren gebunkert", mutmaßte der Staatsanwalt.
Bereits im Mai 2011 ist der 26-Jährige in Köln für eine Serie ähnlicher Betrügereien zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Diese Strafe wurde in das Urteil einbezogen.














