Totenruhe
Bischof Dröge appelliert an Leichenwagen-Diebe
Unbekannte haben am Berliner Stadtrand einen Transporter mit zwölf Leichen gestohlen. Bischof Dröge hat sich nun dazu zu Wort gemeldet.
Nach dem Diebstahl eines Transporters mit zwölf Leichen in Särgen darin hat Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge an die Täter appelliert, den Angehörigen einen Hinweis auf den Verbleib der Verstorbenen zu geben. "Bitte bedenken Sie, wie es Ihnen erginge, nicht ihre Mutter oder ihren Vater beerdigen zu können", appellierte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Der Diebstahl eines Autos sei unbestritten eine Straftat. Die Störung der Totenruhe habe in diesem Fall aber eine viel weitergehende Dimension, fügte der Bischof hinzu. Jeder Mensch brauche unabhängig von seiner Religion oder Weltanschauung in der Trauer "ein Ritual des Abschiednehmens und einen Ort der Erinnerung". Deshalb bitte er die Täter, eine würdevolle Bestattung der Verstorbenen schnell zu ermöglichen. "Wenn sie sich schnell melden, werden sie dafür Respekt ernten", betonte der evangelische Bischof.
Unbekannte Täter hatten zu Wochenbeginn einen Transporter mit zwölf Leichen bei einem Bestattungsunternehmen im brandenburgischen Hoppegarten bei Berlin entwendet. Die Leichen sollten ursprünglich zur Einäscherung ins sächsische Meißen gebracht werden. Seither gibt es keine konkrete Spur zu dem Auto und den Leichen. Allerdings wurde ein anderer Transporter, der ebenfalls von dem Gelände des betroffenen Bestattungsfahrdienstes gestohlen wurde, im polnischen Posen gefunden. Die Staatsanwaltschaft vermutet den Transporter mit den Leichen deshalb ebenfalls dort.
Die Diebe hatten wohl aus Versehen das Fahrzeug des Bestattungsfahrdienstes erwischt. Es sei für die Täter nicht ersichtlich gewesen, dass in dem Fahrzeug Leichen lagen, hieß es bei der Polizei.















