16.10.12

300 Hinweise

Polizei sucht in Sumpfgebiet nach dem Entführer von Storkow

Die Fahndung nach dem Entführer des Berliner Unternehmers in Brandenburg durchkämmen Polizisten auch einen Schilfgürtel.

Foto: dpa

Polizisten sind in einem Waldstück nahe Storkow auf der Suche nach Spuren, die zum Entführer eines Berliner Investment-Managers führen könnten
Polizisten sind in einem Waldstück nahe Storkow auf der Suche nach Spuren, die zum Entführer eines Berliner Investment-Managers führen könnten

Bei der Fahndung nach dem Entführer in Brandenburg haben Polizisten am Dienstag ein Sumpfgebiet nahe dem Großen Storkower See durchsucht. "Für die Beamten ist das körperlich sehr, sehr anstrengend", sagte Polizeisprecher Rudi Sonntag. Wie am Montag durchsuchten Polizisten in Gummistiefeln die Region bei Dahmsdorf in Richtung Wolfswinkel. Gesucht werde nach Spuren und Beweismitteln, die zum Täter führen könnten.

Die Aufmerksamkeit der Bevölkerung sei weiter ungebrochen. Am Dienstag ging der 300. Hinweis bei den Ermittlern ein. "Eine heiße Spur ist nicht darunter", sagte der Sprecher.

Auffälliges Kajak

Unter den Hinweisen seien auch vermehrt Meldungen zu dem auffälligen Kajak, das mit der Entführung des 51-jähriger Berliner Geschäftsmannes in Verbindung steht, berichtete die Polizei. Es war unweit des Ortes, wo der Peiniger sein Opfer festgehalten hatte, entdeckt worden.

Der Täter hatte den Berliner Unternehmer am 5. Oktober aus dessen Villa in Storkow (Oder-Spree) entführt und ihn per Boot zu einem schwer zugänglichen Schilfgürtel im Großen Storkower See gebracht. Nach zwei Tagen unter freiem Himmel konnte sich das Opfer selbst befreien. Der Täter ist auf der Flucht. Ihn stuft die Polizei als sehr gefährlich ein.

Mehr als 60 Kriminalisten werten die Hinweise aus, berichtete die Polizei weiter. Bürger meldeten inzwischen, wo sie das auffällige rot-gelbe Kajak gesehen haben. Die Polizei fragt, wem das Gefährt gehört beziehungsweise wem es gestohlen worden sein könnte. Fest steht, dass das Kajak 2004 gebaut wurde.

Verbindungen zu den Anschlägen auf Unternehmerfamilie Pepper

Einem Gutachten zufolge gibt es wahrscheinlich eine Verbindung zu den Anschlägen auf die Berliner Unternehmerfamilie Pepper vor einem Jahr im benachbarten Bad Saarow. In beiden Fällen stammt die Munition wahrscheinlich aus derselben Waffe.

Ein abschließendes Ergebnis steht allerdings noch aus. In Bad Saarow hatte ein Maskierter auf die Unternehmertochter geschossen. Sie blieb unverletzt, weil ein Wachmann sie schützte. Dieser erlitt schwere Verletzungen.

Quelle: dpa/bee
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