13.10.12

Haftbefehl

Ausbrecherkönig "Ekke" Lehmann wieder hinter Gittern

Mit elf Ausbrüchen aus dem Gefängnis steht der Berliner "Ekke" Lehmann sogar im Guinessbuch der Rekorde. Jetzt sitzt er wieder in Haft.

Foto: picture-alliance / ZB

Der Berliner "Ausbrecherkönig" Ekke Lehmann (Archivbild 2004) saß mehr als 25 Jahre im Knast - unterbrochen von elf spektakulären Ausbrüchen (Guinessbuch der Rekorde)
Der Berliner "Ausbrecherkönig" Ekke Lehmann (Archivbild 2004) saß mehr als 25 Jahre im Knast - unterbrochen von elf spektakulären Ausbrüchen (Guinessbuch der Rekorde)

Mehr als 25 Jahre hat Eckehard Lehmann bereits hinter Gefängnismauern verbracht. Auch seinen 66. Geburtstag am Sonntag wird der Mann, der insgesamt elf Mal aus Arrestzellen, aus der Justizvollzugsanstalt Tegel oder bei einem bewachten Ausgang entkommen konnte, wieder in Haft verbringen.

Der als Berufskrimineller und Ausbrecherkönig bekannte Mann wurde am Donnerstag vergangener Woche von der Polizei festgenommen und in die Untersuchungshaftanstalt Moabit eingeliefert. Grund: eine Kneipenschlägerei mit tödlichem Ausgang in Wedding, die dreieinhalb Monate lang eine Mordkommission beschäftigt hatte. Das Opfer, ein 37-Jähriger, war am 1. Juni – etliche Stunden nach der Tat – von einer Reinigungskraft leblos in einem Einkaufszentrum entdeckt worden.

Am Nachmittag des 31. Mai dieses Jahres war "Ekke" Lehmann nach Erkenntnissen der 5. Mordkommission in einer Gaststätte an der Leopoldstraße mit mehren Männern in einen heftigen Streit geraten. Die Auseinandersetzung der betrunkenen Männer eskalierte, Lehmann prügelte mit Fäusten auf den 37 Jahre alten Türken Taner P. ein, der von seinen Zechkumpanen nur "Toni" genannt wurde.

Kopfschmerzen nach Schlägerei

Nach der Schlägerei soll "Toni" noch über Kopfschmerzen geklagt haben. Der Schwerverletzte schleppte sich anschließend noch in das Einkaufszentrum, wo er gemeinsam mit anderen Obdachlosen übernachten wollte. Als ein 33-jähriger Gebäudereiniger am nächsten Morgen in einem Flur auf die Männer traf, forderte er die Obdachlosen auf zu gehen. Nur Taner P. reagierte nicht. Er war offenbar schon seit Stunden tot. Die Leichenstarre hatte bereits eingesetzt, teilte die Polizei damals mit.

Die mit den Ermittlungen beauftragte Mordkommission kam rasch zu dem Schluss, dass die tödlichen Verletzungen eine Folge der Schlägerei sein mussten. Gerichtsmediziner, die den Leichnam obduzierten, bestätigten wenig später die Vermutung. Doch erst langwierige Ermittlungen führten zu dem Ergebnis, dass Eckehard Lehmann der Täter sein muss.

Die Staatsanwaltschaft erließ daraufhin einen Haftbefehl. Am Donnerstag konnte die Polizei den Tatverdächtigen schließlich vor dem Haus seiner Lebensgefährtin an der Utrechter Straße in Wedding festnehmen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem vorbestraften Mann nun Körperverletzung mit Todesfolge vor, sagte Justizsprecher Martin Steltner am Sonnabend.

Das Vorstrafenregister des aus Brandenburg stammenden Eckehard Lehmann liest sich wie ein Streifzug durchs Strafgesetzbuch. Raub, Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung, Einbruch, Diebstahl sowie unerlaubter Waffenbesitz und Fahren ohne Führerschein wurden dem 66-Jährigen bereits zur Last gelegt und führten immer wieder zu Verurteilungen.

Über die Mauer geklettert

Bekannt geworden ist Lehmann jedoch wegen seiner zahlreichen Fluchten. Das erste Mal gelang dem damals 23-Jährigen die Flucht aus einer Arrestzelle im Lichterfelder Polizeirevier. Am Silvestertag des gleichen Jahres kletterte Lehmann über die Mauer des Gefängnisses in Tegel. Im Jahr 1970 konnte Lehmann sogar drei Mal fliehen – einmal mithilfe einer gestohlenen Waffe eines Kriminalbeamten. Spätestens seit einer spektakulären Flucht durch einen Lüftungsschacht im Kriminalgericht Moabit im Januar 1972 war in Berlin der Ruf Lehmanns als Ausbrecher begründet.

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