11.10.12

Berliner U-Bahn

Musiker schlägt Fahrgast mit Trompete Zähne aus

Nach lauter Musik eskalierte die Situation in einer Berliner U-Bahn. Nun ermittelt die Polizei wegen Körperverletzung.

Foto: picture alliance

Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung flüchteten U-Bahn-Musiker am Berliner U-Bahnhof Hausvogteiplatz
Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung flüchteten U-Bahn-Musiker am Berliner U-Bahnhof Hausvogteiplatz

Fast jeder Berliner kennt das: Man sitzt in der U-Bahn und auf einmal steigen Musiker ein, die einem die Feierabendruhe verderben. Weil sie genervt um Ruhe baten, wurden zwei Berliner in Mitte nun verprügelt.

So wurde einem Fahrgast mit einer Trompete mehrere Zähne ausgeschlagen. Der 37 Jahre alte Mann war am Mittwoch in der U-Bahnlinie 2 einem Arbeitskollegen zur Hilfe gekommen, nachdem sich dieser über das laute Trommel- und Trompetenspiel beschwert hatte und anschließend von zwei anderen Musikern geschlagen wurde. Der Trompeter schlug dem 37-Jährigen daraufhin mit seinem Instrument ins Gesicht, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Der Fahrgast verlor nach Angaben eines Polizeisprechers mehr als zwei Zähne, erlitt eine stark blutende Platzwunde am Mund und kam ins Krankenhaus. Sein 45 Jahre alter Arbeitskollege blieb unverletzt. Die 20, 24 und 32 Jahre alten Musiker flüchteten am U-Bahnhof Hausvogteiplatz, wurden aber kurz darauf von Polizisten festgenommen.

Eskaliert war die Situation, nachdem sich der 45-Jährige deutlich über die Musik des Trios beschwert hatte. Nach der anfänglichen Diskussion in der Bahn setzte sich die Auseinandersetzung auf dem Bahnhof Hausvogteiplatz fort. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Der U-Bahnverkehr war zeitweise unterbrochen.

Laut einer Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten die U-Bahn-Musiker keine Erlaubnis, in der U 2 zu spielen. Generell sei es verboten, in Bahnen oder auf Bahnsteigen Musik zu machen. Blinde Fahrgäste müssten sich hier akustisch voll auf die Geräusche der Züge konzentrieren. Ausnahmen für Musiker bilden bestimmte Zugangswege und Plätze, sagte die Sprecherin: "Es gibt definierte Orte, wo sie mit Genehmigung Musik machen können."

Quelle: dpa/sei
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