Ermittlungen
Berliner entführt - Polizei findet Kajak
Die Brandenburger Polizei hat eine Spur zum Geiselnehmer von Storkow. Ihre Hoffnungen ruhen auf einem kleinen Boot.
Nach der Entführung eines Berliner Geschäftsmannes in der Nähe von Storkow (Oder-Spree) in Brandenburg haben die Ermittler eine erste Spur. Am Bug eines kleinen Bootes, das die Polizei auf dem Großen Storkower See gefunden hatte, sei Klebeband entdeckt worden, teilte das Brandenburger Polizeipräsidium am Mittwoch mit. Dieses sei "in Farbe und Abmessung" offensichtlich identisch mit jenem, das der Täter bei der Entführung von Stefan T. benutzt habe.
Das Kajak sei am Sonntagabend nur 20 Meter von jener inselartigen Erhebung im Schilf gefunden worden, auf welcher der 51 Jahre alte Berliner Unternehmer zwei Tage festgehalten wurde, sagte ein Polizeisprecher. Zudem habe das Opfer von einem Faltboot oder Kajak gesprochen. Derzeit werde das Boot auf mögliche DNA-Spuren oder Fingerabdrücke untersucht.
Jeder, der einen Hinweis zu dem Kanu geben könne, sei aufgerufen, sich bei der Polizei zu melden, betonte der Sprecher. Möglicherweise habe jemand das Boot weiterverkauft oder es sei gestohlen worden. Das Kajak ist 4,15 Meter lang, 62 Zentimeter breit und rot-gelb gefärbt. Offenbar hat jemand versucht, die Farbe abzuschleifen. Es handelt sich um ein sogenanntes Sit-on-top.
Hinweise aus der Bevölkerung
Seit die Öffentlichkeit am Montag über den Entführungsfall informiert wurde, sind insgesamt 71 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Einige Bürger haben Boote an ungewöhnlichen Stellen gesehen, andere wollen Angler beobachtet haben, die gar nicht wirklich angelten.
In der Nacht zu Donnerstag gab es rund 30 weitere Hinweise. Die Zeugen meldeten sich nach der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" vom Mittwochabend. Von der Polizei hieß es am späten Mittwochabend: "Es gibt eine ganze Menge Hinweise nach der Fernsehsendung." Die müssten nun sorgfältig ausgewertet werden, sagte einer der Ermittler. Einzelheiten nannte er nicht. Das ZDF berichtet auf einer aktuellen Seite von "zahlreichen Hinweisen", die eingegangen seien.
Rund 200 Beamte sind in der gebildeten Ermittlungsgruppe "Imker" – wegen der auffälligen Maske des Entführers aus einem grobmaschigen Netz – im Einsatz. Nach Angaben von Polizeisprecher Rudi Sonntag werden derzeit Anwohner, Angler, Jäger und Wassersportler befragt. "Jeder Hinweis ist wichtig", sagte er. Ein Taucher suchte das Gelände noch einmal ab. Hubschrauber flogen erneut über das Areal rund um die Orte Dahmsdorf und Wendisch-Rietz.
Ermittler stufen den Täter als hochgefährlich ein und sind überzeugt, dass er vor mehr als einem Jahr auch die Berliner Unternehmerfamilie Pepper angegriffen hat. Nach neueste Angaben ist er etwa 1,70 bis 1,85 Meter groß, 25 bis 50 Jahre alt und spricht deutsch.
Der Unternehmer war am Freitagabend in seinem Haus entführt und anschließend auf einer Art Schilfinsel 50 Meter vom Ufer entfernt auf dem Großen Storkower See festgehalten worden. Am Sonntagmorgen konnte er sich selbst befreien.
Hinweise nimmt die Polizei am Bürgertelefon unter 0700-33330331, anonym per Anrufbeantworter unter 0335-40070333 oder per E-Mail unter mordkommission-ffo@web.de entgegen.
















