Kriminalität
Rechte Angriffe – Berlin und Brandenburg arbeiten zusammen
Zwischen rechtsgerichteten Angriffen in Brandenburg und weiteren in Berlin besteht womöglich ein Zusammenhang. Die Polizei arbeitet länderübergreifend.
Nach einer Serie von rechtsgerichteten Angriffen in Berlin und Brandenburg prüfen die Sicherheitsbehörden der beiden Länder einen Zusammenhang zwischen den Taten. "Zur Aufklärung der Straftaten wird intensiv mit der Berliner Polizei zusammengearbeitet", teilten die Staatsanwaltschaft Potsdam und die Polizeidirektion Süd mit. Da von einem rechtsextremistischen Hintergrund ausgegangen werden könne, sei der Staatsschutz eingeschaltet worden.
In der Nacht zu Dienstag war das Asylbewerberheim im brandenburgischen Waßmannsdorf bei Schönefeld angegriffen worden. Das Gebäude wurde mit Farbbeuteln und Steinen beworfen, ein Fenster ging zu Bruch. Eine Asylbewerberin, die in dem betroffenen Zimmer schlief, kam nach Angaben der Polizei mit dem Schrecken davon.
Außerdem sprühten die Täter ein Hakenkreuz und den Schriftzug "Rostock ist überall" an die Wand des Heimes. Damit sollte offenbar an den Brandanschlag auf ein Asylberwerberheim in Rostock-Lichtenhagen 1992 angespielt werden. Zudem hinterließen sie einen Hinweis auf die auf NW-Berlin, die rechte Internetplattform des Nationalen Widerstands Berlin. Dort findet sich eine Art "Feindesliste" von Personen und Initiativen, die aktiv gegen Rechtsextremismus sind.
Rechtsradikale Parolen an Parteibüro
Der gleiche Hinweis war in der selben Nacht im Zusammenhang mit Anschlägen in Berlin aufgetaucht. In Tegel warfen Unbekannte Steine auf ein Fenster des Büros der Linkspartei in Tegel und beschmierten die Fassade mit Farbe. In Spandau wurde das gemeinsame Büro der SPD und des Bundestagsabgeordneten Swen Schulz mit rechtsradikalen Parolen und besprüht. Auch eine Einrichtung der SPD-nahen Jugendorganisation "Die Falken" in der Gutschmidtstraße wurde Ziel der Angriffe. Die Täter hätten den Spruch "Ihr interessiert uns brennend" an die Fassade des Hauses geschmiert.
Auch im brandenburgischen Zossen war der Nationale Widerstand offenbar aktiv. Auf einem Gedenkstein sowie einer Brücke sei vor einigen Tagen ebenfalls die Internetadresse von NW Berlin geschmiert worden, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative "Zossen zeigt Gesicht", Jörg Wanke. Ob die selben Täter auch für den Anschlag auf sein Wohnhaus in der Nacht zu Sonntag verantwortlich waren, wisse er nicht.














