Fahndungserfolg
80-Jährige niedergestochen - zwei Jugendliche gefasst
Videobilder der brutalen Attacke in Berlin-Weißensee führten die Polizei zu einem 16-Jährigen und wenig später zu einem Komplizen.
Der brutale Angriff auf eine 80-jährige Seniorin in einer Grünanlage in Berlin-Weißensee scheint aufgeklärt. Zwei Jugendliche, die dringend tatverdächtig sind, die alte Dame am 28. September 2012 in der Parkstraße überfallen und mit einem Messer schwer verletzt zu haben, konnten jetzt gefasst werden, teilte die Polizei am Sonnabend mit. Während ein 16-Jähriger am Freitagabend in seiner Wohnung festgenommen wurde, ging sein mutmaßlicher 17 Jahre alter Komplize den Beamten am Sonnabend ins Netz.
Erst am Donnerstag hatte die Polizei mit der Veröffentlichung von Bildern einer Videokamera die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. Daraufhin waren bei der Polizei mehrere Hinweise eingegangen, die zur Identifizierung der Verdächtigen geführt haben. Die beiden Beschuldigten sollten noch am Sonnabend einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.
Der feige Übergriff auf die Seniorin hatte bei den Berlinern entsetzen ausgelöst. Am vorletzten Freitag war sie nachmittags gegen 15.15 Uhr an der Parkstraße mit ihrem Fahrrad unterwegs gewesen, als sich ihr am Eingang der dortigen Grünanlage plötzlich zwei junge Männer in den Weg stellten. Die Jugendlichen forderten die Frau auf, ihre Handtasche herauszugeben. Doch die Seniorin schrie laut um Hilfe. Dann passierte dass Unglaubliche: Einer der Räuber zog ein Messer und stach es der 80-Jährigen in den Oberkörper. Anschließend liefen die beiden Räuber ohne Beute davon und überließen die schwer Verletzte ihrem Schicksal.
"Neue Qualität der Gewaltbereitschaft dar"
Bei ihrer Flucht zeichnete eine im Park installierte Kamera die Jugendlichen auf. Dass Räuber sich Senioren als Opfer aussuchen, da sie von ihnen kaum oder nur geringen Widerstand erwarten, sei nicht ungewöhnlich, erklärte ein Ermittler der Polizeidirektion 1. "Die Skrupellosigkeit, mit der die Angreifer jedoch mit einem Messer auf ihr Opfer in den Oberkörper einstachen, stellt aber eine neue Qualität der Gewaltbereitschaft dar", sagte der Beamte. Die Aufnahmen der Überwachungskamera spielten den Ermittlern in die Hände. Nachdem sie gesichtet worden waren und das Geschehen den Tatverdächtigen zugeordnet werden konnte, entschloss sich die Polizei zum öffentlichen Zeugenaufruf. Dank der Bilder und der Beschreibung der Verdächtigen meldeten sich mehrere Berliner bei der Polizei. Kaum 30 Stunden nach der Veröffentlichung der Bilder konnten die mutmaßlichen Räuber identifiziert werden.
Der Rest ist nun Routine. Der jüngere Täter hat in seiner ersten Vernehmung am Freitag bereits eingeräumt, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Der 17-Jährige konnte am Sonnabendmittag in der Wohnung seiner Ex-Freundin aufgespürt und festgenommen werden. Nach Polizeiangaben hüllt er sich jedoch bisher in Schweigen.














