Verdienstorden
Diese Berliner leisten Großes für die Hauptstadt
Zehn Berliner sind für ihren besonderen Einsatz zugunsten der Stadt geehrt worden. Sie stehen stellvertretend für viele andere.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat am Montag zehn Berlinern den Verdienstorden des Landes Berlin verliehen. Es wurden Menschen geehrt, die Besonderes für Berlin leisten und stellvertretend für alle jene stehen, die sich für die Stadt und ihre Menschen engagieren. Die Verleihung im Roten Rathaus findet traditionell am Tag der Landesverfassung statt. Morgenpost Online stellt die Ausgezeichneten vor:
Sven Felski
Für die Fans der Berliner Eisbären ist er eine lebende Legende. 1000 Spiele hat der Stürmer für seinen Verein bestritten, sechsmal wurde er Deutscher Meister. Schon mit elf Jahren spielte Felski für den DDR-Sportclub SC Dynamo. Mit fünfzehn beschloss er, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Er wurde Profi, zur Ikone des Eishockeys und zum Berliner Gesicht dieses Sports.
Robert Harting
Der Zwei-Meter-Hüne setzt sich für die vielen Sportler ein, die ihren Sport nicht zum Beruf machen können – aus Mangel an finanzieller Unterstützung. Der Umgang mit den Athleten sei selbstgefällig und blass, sagte er jüngst und kritisiert damit den Olympischen Sportbund. Seinen Fans bietet Robert Harting großen Sport. Bei den Olympischen Spielen in London sahen zehn Millionen Menschen an den Bildschirmen zu, als Harting Gold gewann.
Dieter Hallervorden
Zu einem Zeitpunkt, da andere schon die Rente genießen, hat sich der Entertainer noch ein großes Projekt vorgenommen und dem Schlossparktheater in Steglitz, an dem einst Hildegard Knef und Klaus Kinski spielten, wieder neues Leben eingehaucht. Mit eigenem Geld renovierte er das kleine Theater. Nicht nur äußerlich, sondern auch mit einem neuen Programm, bei dem er auch selbst auf der Bühne steht. "Hier soll mein Geld begraben werden", sagt er.
Daniela Schulte
Die blinde Schwimmerin ist eine große Sportlerin. Sechzig Weltrekorde hat sie aufgestellt, acht paralympische Medaillen gewonnen, vierzehn Welt- und Europameisterschaften für sich entschieden. Bei den Paralympics im Sommer trug sie die deutsche Fahne durch das Londoner Olympiastadion. Eine besondere Ehre, denn Daniela Schulte kämpft für die Anerkennung des Behindertensports. Sie wünscht sich etwas Simples: Normal behandelt zu werden.
Max Raabe
Er gräbt kulturelle Schätze aus, die von den Nazis verschüttet wurden. Er lässt längst vergangene Zeiten aufleben und verknüpft sie mit der Gegenwart. Der Sänger Max Raabe bringt Lieder meist jüdischer Komponisten aus den 20er-Jahren auf die Bühnen dieser Welt, die ohne sein Engagement vielleicht längst vergessen wären. Er konnte an der Verleihung nicht teilnehmen.
Frank Zander
Er ist ein Berliner Show-Urgestein und hat den Fans von Hertha BSC ihre Vereins-Hymne geschenkt. Frank Zander hat sich nach oben gearbeitet und weiß, wie schwer es manchmal sein kann. Deswegen engagiert er sich. Jedes Jahr zu Weihnachten veranstaltet der Sänger ein großes Gänseessen für Obdachlose. Mittlerweile kommen dreitausend Gäste ins Neuköllner Hotel Estrel, um gemeinsam ein paar schöne Stunden zu verbringen.
Bianca Klose
Sie kämpft gegen des Rassismus im Alltag. Dabei verlässt sie sich nicht auf die Politik, sondern auf die soziale Verantwortung, die jeder Bürger trägt. 2001 gründet Bianca Klose die mobile Beratung gegen Rechtsextremismus und bringt andere dazu, sich zu engagieren. Denn gerade eine kulturell so bunt zusammengewürfelte Stadt wie Berlin braucht ein respektvolles Miteinander.
Czarina Wilpert
Mit dem Schreiben über Missstände gab sie sich nicht zufrieden. Die Sozialforscherin wollte konkret etwas für die Integration von Frauen mit Migrationshintergrund tun und gründete mehrere Initiativen – etwa den "Verein "Eine Welt der Vielfalt". Dabei profitierte Czarina Wilpert, seit dreißig Jahren in Berlin, von ihren mexikanisch-amerikanischen Wurzeln.
Volker Heinrich
Ihm ist laut Klaus Wowereit zu verdanken, dass der Umgang Berlins mit dem Militär entspannter geworden ist. Der Soldat arbeitete bis vor drei Monaten auf dem Marineschiff "Berlin", das verschiedene Einsatzgruppen mit Logistik unterstützt. Volker Heinrich ist zum Verbindungsmann zwischen Schiff und Hauptstadt geworden. Mit dem Kinderheim Sankt Joseph in Neukölln hat sich sogar eine echte Freundschaft entwickelt. 20.000 Euro hat die Besatzung des Schiffs schon für die Kinder gespendet.
Andreas Penk
Die Forschung und die einmalige Infrastruktur haben ihn und seine Firma 2008 nach Berlin gezogen. Und seither hat er laut Wowereit das Ansehen Berlins als Gesundheitsstadt und innovativem Wirtschaftsstandort vergrößert. Als Deutschland-Chef des Pharmakonzern Pfizer treibt er die moderne Krebsforschung voran und will die Einmaligkeit Berlins als Gesundheitsstadt weiter bekannt machen.















