29.09.2012, 09:59

Steglitz Facebook-Party in Berlin eskaliert - Täter können fliehen

Foto: Arno Burgi / dpa-Zentralbild

In Steglitz sind 30 bis 40 Menschen gewaltsam in eine Wohnung eingedrungen. Die Party war ohne Wissen der jungen Bewohner geplant worden.

Die Berliner Polizei musste am Freitagabend zu einer Wohnung an der Forststraße in Steglitz ausrücken, weil dort eine Party außer Kontrolle geraten war.

Wie eine Sprecherin am Sonnabend mitteilte, hatten zwei 17 und 19 Jahre Brüder für den Abend zu einer Feier eingeladen und mit insgesamt acht Gästen gerechnet. Gegen 21 Uhr standen jedoch 40 offenbar unbekannte Personen vor der Wohnungstür und wollten mitfeiern.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte ein Unbekannter über das Internetportal Facebook zu der Party der Brüder geladen. Als die Gastgeber den 40 Personen den Zutritt verwehrten, reagierten einige der Unbekannten aggressiv und drückten die Wohnungstür ein. Andere zerschlugen mehrere Fensterscheiben, um in die Wohnung zu gelangen. Während ein Teil der Störenfriede die Party stürmte, verharrten die anderen weiterhin vor der Wohnungstür.

Da die Versuche der Brüder scheiterten, auf die Unbekannten einzureden und sie aus der Wohnung zu schmeißen, riefen die Gastgeber schließlich die Polizei. Als die ungeladenen Gäste davon erfuhren, flüchteten sie abrupt aus der Wohnung. Einer von ihnen nahm dabei noch ein Handy aus der Wohnung mit. Die Brüder rannten den Unbekannten noch ein Stück hinterher und versuchten vergeblich, sie festzuhalten. Als die Polizei an der Forststraße eintraf, waren alle Täter verschwunden. Ob der Initiator der auf Facebook veröffentlichten Einladung mit den Brüdern bekannt ist, steht nach Polizeiangaben noch nicht fest.

Feier in Magdeburg verboten

Immer wieder kommt es zu Polizeieinsätzen, weil Partys wegen Facebook-Einträgen gestürmt werden. Magdeburg hat jetzt eine Facebook-Party verboten. Seit einigen Tagen werde im Internet zu der Party und zu Gewalt am Freitag kommender Woche aufgerufen, teilte die Verwaltung mit. Durch Erfahrungen in anderen Städten sei damit zu rechnen, dass es zu Schäden komme. Auch Ersatzveranstaltungen im Stadtgebiet wurden verboten.

(ur)
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