NSU-Ermittlungen
Henkels Vorgänger Körting tritt aus Kommission aus
Eine Kommission von Bund und Länder soll die NSU-Morde aufarbeiten. Körting tritt nun aus - um jeden Anschein von Befangenheit zu vermeiden.
Nach Bekanntwerden von NSU-Verbindungen nach Berlin ist der frühere Innensenator Ehrhart Körting (SPD) aus der Bund-Länder-Kommission zur Aufarbeitung der Neonazi-Morde ausgetreten. Das geht aus einem Schreiben Körtings vom Montag hervor. Er habe die Aufgabe im Februar übernommen, als eine Verwicklung Berlins in die NSU-Mordserie nicht erkennbar gewesen sei, schreibt Körting in dem Brief an den Kommissionsvorsitzenden, Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Um jeden Anschein einer Befangenheit zu vermeiden, stehe er ab sofort nicht mehr zu Verfügung.
Am Donnerstag war im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages bekanntgeworden, dass der V-Mann des Berliner Landeskriminalamtes, Thomas S., den Beamten bereits 2002 Hinweise zu dem gesuchten Terrortrio gegeben hatte. Er habe erst durch den Ausschuss von dem Fall erfahren, so Körting. "Mit diesem Vorgang bin ich zu meiner Amtszeit als Senator für Inneres nach meiner sicheren Erinnerung weder im Jahr 2002 noch zu einem späteren Zeitpunkt befasst worden."
Kommission freiwillige Zusammenarbeit angewiesen
Die Bund-Länder-Kommission soll die jahrelang unentdeckt gebliebenen Neonazi-Morde untersuchen und Vorschläge für eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern machen. Neben dem nun ausgeschiedenen Körting gehören der vierköpfigen Gruppe Hamburgs Ex-Innensenator Heino Vahldieck (CDU), der Münchner Strafrechtsexperte Eckhart Müller (Vorschlag der FDP) und der frühere Bundesanwalt am Bundesgerichtshof Bruno Jost (Vorschlag der Grünen) an. Die Kommission ist im Gegensatz zu den NSU-Ausschüssen auf die freiwillige Zusammenarbeit der Behörden angewiesen.















