Regierungsviertel
Neubau am Reichstag soll halbe Milliarde Euro kosten
Ein neues Besucherzentrum soll das Containerdorf vor dem Reichstag ersetzen. Minister Ramsauer befürchtet eine Kostenexplosion.
Die Bundesregierung befürchtet eine Explosion der Kosten für das geplante Besucherzentrum des Bundestags. Die Kosten des Projekts belaufen sich ersten Berechnungen des Bauressorts zufolge auf 200 Millionen Euro, wie der "Spiegel" berichtet.
Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) gehe davon aus, der Bau werde noch teurer und kalkuliere mit einer halben Milliarde Euro. "Da muss ich dann einfach sagen, das geht nicht", zitierten Teilnehmer den Minister aus einer internen Sitzung.
Das Besucherzentrum mit Restaurant, Filmräumen, Bundestags-Shop und Kinderbereich soll nach dem Willen der Baukommission des Ältestenrats das derzeitige Provisorium vor der Westseite des Parlaments ersetzen.
Sicherheitskontrollen in Containerdorf
Seit den Terrordrohungen vom Herbst 2010 findet die Sicherheitskontrolle nicht mehr im Reichstag, sondern in einem Containerdorf statt.
Um die Sicht auf das Hohe Haus nicht zu stören, soll das Besucherzentrum, das bis zu 1500 Menschen gleichzeitig Platz bieten soll, unter die Erde vor dem Reichstag verlegt werden.
Probleme mit der Kanzler-U-Bahn
Probleme gebe es allerdings nicht nur finanzieller Art, heißt es in dem Magazin. Bei einem Treffen mit Ramsauer hätten Experten des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung eine Liste mit Risiken vorgelegt.
Neben Grundwasserproblemen wird es unter der Wiese vor dem Parlament schlicht zu eng – dort verlaufen die Trasse der sogenannten Kanzler-U-Bahn und zahlreiche Versorgungsleitungen. Zudem müsste das fast 120 Jahre alte Reichstagsgebäude aufwendig abgestützt werden, um ein Absacken der Westfassade zu verhindern.















