Köpenick
Berliner Baby starb laut Obduktion an Schütteltrauma
Der 17 Jahre alte Vater des Mädchens sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen Totschlags ermittelt.
Der 17-jährige Vater des zu Tode geschüttelten Babys in Berlin ist verhaftet worden. Das bestätigte die Polizei am Freitag. Man habe am Donnerstagabend einen bestehenden Haftbefehl umgesetzt, sagte ein Sprecher.
Am Freitag kam der Jugendliche in Untersuchungshaft, wie der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, auf Anfrage sagte. Eine Obduktion der Leiche des sieben Monate alten Mädchens bestätigte, dass das Kind an einem Schütteltrauma gestorben war. Am Donnerstag waren die Apparate abgestellt worden, nachdem die Ärzte schon zuvor den Hirntod festgestellt hatten.
Gegen den Vater wird daher mittlerweile wegen des Verdachts auf vollendeten Totschlag ermittelt. Er war zunächst auf freiem Fuß geblieben, als das Baby noch lebte und der Verdacht nur auf versuchten Totschlag lautete. Nun wurde der jugendliche Vater in der Wohnung seiner Eltern in Köpenick festgenommen.
Der 17-Jährige hatte vergangene Woche selbst die Feuerwehr alarmiert. Rettungskräfte fanden das Kind dann bereits leblos in seinem Bett und mussten es wiederbeleben. Die 18 Jahre alte Mutter lebte mit dem Mädchen in einer betreuten Jugendeinrichtung. Sie soll zur Tatzeit nicht dagewesen sein.
Jugendamt soll schon länger Hinweise auf Misshandlung gehabt haben
Die Ermittler prüfen weiter, ob andere Personen die Tat begünstigt haben könnten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sowohl die Mitarbeiter der Einrichtung als auch das zuständige Jugendamt in Neukölln sollen schon länger Hinweise auf Misshandlungen des Babys gehabt haben.
Zwei Mitarbeiter des Wohnprojekt-Trägers sind bereits entlassen worden. Ihnen soll nach Auskunft von Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) offenbar bekannt gewesen sein, dass der Vater seiner Tochter gefährlich werden könnte. Bis auf weiteres sollen der Einrichtung keine weiteren Jugendlichen mehr zugewiesen werden.
Der diakonische Trägerverein wollte sich zu den Vorwürfen auch am Freitag nicht direkt äußern. Das Diakonische Werk der Region erklärte aber, dass man aufgrund des laufenden Verfahrens keine Auskunft zum Stand der Ermittlungen geben könne. Man sei zutiefst erschüttert über den Tod des Kindes und arbeite selbstverständlich mit den Behörden zusammen, um die Umstände der Tat aufzuklären.
Seit Jahresbeginn sind damit schon zwei Kinder in Berlin nach schweren Misshandlungen durch ein Elternteil ums Leben gekommen. Ende Januar war die zweijährige Zoe aus Pankow gestorben. In beiden Fällen wussten die Behörden von vorangegangenen Übergriffen.















