19.08.2012, 17:41

Tag der offenen Tür "Schauen Sie sich gut um!"

14. Tag der offenen Tuer der Bundesregierung

Foto: DAPD

Einmal im Jahr können Neugierige in Berlin einen Blick in die Schaltzentralen der Macht werfen. Ein Besuchermagnet war wieder das Kanzleramt.

Der 14. Tag der offenen Tür der Bundesregierung hat am Wochenende Zehntausende Besucher ins Berliner Regierungsviertel gelockt. Besonders gefragt war am Sonntag ein Besuch bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU). In dem sonst nur Staatsgästen vorbehaltenen Ehrenhof des Kanzleramts gab die Hausherrin aufgeräumt Autogramme und schüttelte jede Menge Hände. Sie freue sich, dass die Gäste hier seien – und nicht im Freibad. "Schauen Sie sich gut um!", riet Merkel.

Unter dem Motto "Einladung zum Staatsbesuch" konnten Interessierte neben dem Kanzleramt auch die 14 Bundesministerien und das Bundespresseamt besuchen. Die Regierung schätzte die Besucherzahl auf insgesamt knapp 130 000. Angesichts der Hitzewelle sei man damit sehr zufrieden, hieß es. Im vergangenen Jahr waren an beiden Tagen rund 160.000 Neugierige gekommen.

Bei heißem Sommerwetter war schon am Samstag rund um das Kanzleramt viel los. Auch vor den einzelnen Ministerien war der rote Teppich für die Bürger ausgerollt. Nicht überall waren allerdings die Hausherren anwesend: So ließen sich Wirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) sowie Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) durch ihre Staatssekretäre vertreten.

Im Bundesfamilienministerium zeigte Hausherrin Kristina Schröder (CDU) kleinen Gästen ihr Büro. "Herzlich Willkommen im Kinderministerium! Ich freue mich sehr, dass Ihr so interessiert seid, mein Büro zu sehen", sagte Schröder. Die Kids erfuhren, dass die bunten Bilder an der Wand von einem Maler aus Schröders Heimat Wiesbaden stammen. Und dass nebenan ein Wickeltisch steht, an dem die Ministerin ihrer einjährigen Tochter frische Windeln anlegen kann.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) versuchte im Innenhof seines Amtssitzes, den Bürgern die Euro-Krise zu erklären. Dabei warnte er vor Überheblichkeit gegenüber Krisenländern. "Auch wir bescheißen gelegentlich, auch wir verstoßen gegen Regeln", sagte er. Gängige Bilder über die südländischen "Schlamper" oder die "Steuerbetrüger" aus der Schweiz seien großer Unsinn. Anschließend sprach Schäuble mit der griechischen Sängerin Nana Mouskouri und versicherte, Griechenland sei "ein wichtiger Teil Europas".

Aus Sicherheitsgründen gab es teils strenge Kontrollen, insbesondere im Kanzleramt. Der Tag der offenen Tür war mit dem Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin eingeführt worden.

(dpa/tj)
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