16.08.2012, 16:15

Kokaineinfluss Koksender BVG-Fahrer darf keinen Bus mehr steuern

BUS Drogenfahrt

Foto: Steffen Pletl

BUS Drogenfahrt Foto: Steffen Pletl

Unter dem Einfluss von Kokain hatte der Berliner einen Radfahrer abgedrängt und zwei rote Ampeln überfahren. Das hat Konsequenzen.

Aufgrund seiner gefährlichen Fahrweise und seiner Unbeherrschtheit ist ein Busfahrer ins Visier der Polizei geraten. Der 32 Jahre saß nach Polizeiangaben am Mittwochabend unter Drogeneinfluss hinter dem Lenkrad eines Linienbusses der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Weil der Mann in Marienfelde einen Radfahrer gefährdet hatte und gleich zwei Mal bei roter Ampel über Kreuzungen fuhr, rief eine 44-Jährige BVG-Kundin aus Marienfelde gegen 18.40 Uhr die Polizei, nachdem sie ausgestiegen war. Alarmierte Beamte stoppten den Fahrer der Expressbuslinie X83 an der Haltestelle Kaiser-Wilhelm-Straße Ecke Paul-Schneider-Straße in Lankwitz.

Der Fahrer musste einen Alkohol- und dann einen Drogenschnelltest machen. Letzterer war positiv auf Kokain, so dass der 32-Jährige von dem Beamten umgehend aus dem Verkehr gezogen wurde. Dem Verdächtigen wurde eine Blutprobe abgenommen. Außerdem beschlagnahmte die Polizei seinen Führerschein. und leitete ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs ein.

"Wir sind bestürzt über diesen einmaligen Vorgang. Der Mann war sechs Jahre für unsere Tochterfirma Berlin-Transport tätig und war bislang nicht einmal auffällig geworden", sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak am Donnerstag zu dem Vorfall. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, war der 32-Jährige aus Wedding wegen seiner riskanten Fahrweise, bei dem ein Radfahrer abgedrängt wurde, von Fahrgästen angesprochen worden.

Daraufhin soll der Busfahrer äußerst unwirsch reagiert und die Kunden beschimpft haben. Seine Existenz als Fahrer, der mit der Personenbeförderung hohe Verantwortung trägt, hat der 32-Jährige nach Angaben der Verkehrsbetriebe damit schlagartig zerstört. Der Mann sei nicht mehr tragbar und suspendiert. Entweder werde ihm fristlos gekündigt oder es werde eine Vertragsaufhebung geben, so die BVG. "Die Frau, die die Polizei gerufen hat, hat sich völlig richtig verhalten und wahrscheinlich Schlimmeres verhindert", ergänzte Wazlak. Die Polizei hatte umgehend die Fahrdienstleitung informiert, die daraufhin die Beamten zur Haltestelle beordert hatte. Die BVG führt täglich auf den Betriebshöfen stichprobenartig Alkoholkontrollen bei ihren Fahrern vor Beginn ihrer Touren durch. Dabei habe es "so gut wie keine Auffälligkeiten gegeben", so Wazlak. Die BVG werde aber darüber beraten, ob künftig auch Drogentests durchgeführt werden.

(pol/plet)
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