Opferschutz
Berlin wird zum Vorreiter im Kampf gegen sexuelle Gewalt
Viele Menschen fallen sexueller und homophober Gewalt zum Opfer - Berlin reagiert mit Vorzeige-Projekten für einen besseren Opferschutz.
Berlin übernimmt mit zwei Projekten eine Vorreiterrolle im Kampf gegen sexuelle und homophobe Gewalt. Als erstes Bundesland richtet Berlin ein ressort- und institutionsübergreifendes Netzwerk gegen sexuelle Gewalt für besseren Opferschutz ein. Auch Opfer homophober Gewalt werden in der Hauptstadt künftig besser beraten und geschützt, unter anderem mit einer direkten Ansprechpartnerin bei der Staatsanwaltschaft.
Freie Träger, Kirchengemeinden, Migranten- und Betroffenenverbände, Polizei, Bezirks- und Senatsverwaltungen sollen im Berliner Netzwerk gegen sexuelle Gewalt gebündelt werden. Die gesundheitliche und psychosoziale Versorgung der Opfer sei dabei zentral, teilte die Gesundheitsverwaltung am Dienstag mit. Das Netzwerk solle bis Anfang 2013 eingerichtet werden.
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Opfer homophober Straftaten ergriffen. Oberstaatsanwältin Ines Karl ist für sie bei der Staatsanwaltschaft Berlin direkt zuständig. Bei der Polizei gibt es solche Ansprechpartner bereits seit zehn Jahren. Karl solle Kontakte zu den zuständigen Stellen sowie zu privaten Hilfsorganisationen vermitteln und Kollegen zu homophoben Straftaten schulen, sagte Justizsenator Thomas Heilmann (CDU).
Straftaten gegen Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle werden außerdem von jetzt an in einer Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft bearbeitet, die um den Bereich Hasskriminalität erweitert wurde. Verfahren wegen homophober Straftaten können zudem künftig nicht mehr wegen Geringfügigkeit oder mit Verweis auf den Privatklageweg eingestellt werden.
















