Berlin-Brandenburg
Sechs Verdächtige bei Razzien im Rockermilieu festgenommen
Bei länderübergreifenden Razzien im Rockermilieu waren in Berlin, Brandenburg, Sachsen und NRW mehr als 800 Polizeibeamte im Einsatz.
Die Polizei ist mit einem weiteren länderübergreifenden Großeinsatz gegen die Rockerszene vorgegangen. Am Dienstagmorgen durchsuchten Beamte etwa 50 Wohnungen und Rockertreffs in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Anlass sind Ermittlungen zu zwei versuchten Tötungsdelikten von Ende 2011 in Königs Wusterhausen, wie die Polizei in Potsdam und die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) berichteten.
Sechs Verdächtige wurden festgenommen. Mehr als 800 Polizeibeamte stellten zudem bei den Durchsuchungen Computer, Laptops und Datenträger sowie etwa 20 Messer und Macheten sicher, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mitteilte. Die Auswertung der Datenträger und der Beweismittel werde längere Zeit dauern.
Schwerpunkt der Razzien in Brandenburg war der Osten, wo Beamte in Frankfurt (Oder) und Fürstenwalde im Einsatz waren. Weitere Einsätze gab es in Königs Wusterhausen und Cottbus. In Sachsen gab es Durchsuchungen unter anderem in Chemnitz und Plauen, in Nordrhein-Westfalen in Duisburg, wie ein Polizeisprecher sagte. In Berlin durchsuchten Beamte zwei Vereinslokale und drei Wohnungen. Die Aktion wurde kurz nach 7 Uhr beendet.
Ermittlungen wegen versuchten Totschlags
Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Rockergruppen in Königs Wusterhausen (Brandenburg) waren am ersten Weihnachtstag ein 26 Jahre alter Anhänger des Clubs Gremium MC sowie zu Silvester ein 15 Jahre alter Schüler schwer verletzt worden. Der Jugendliche war aus einer etwa 20-köpfigen Gruppe heraus angegriffen und niedergestochen worden. Damals wurde ein Rockerkrieg vermutet.
Im Februar wurde ein Tatverdächtiger in Duisburg verhaftet, der früher im Land Brandenburg lebte. Laut damaligen Polizeiangaben ist der 28-Jährige Anwärter auf eine Mitgliedschaft bei den Hells Angels.
Die Ermittlungen zu den Vorfällen hatte Anfang 2012 eine spezielle Gruppe der Kriminalpolizei unter Leitung der Staatsanwaltschaft aufgenommen. In beiden Fällen wird wegen versuchten Totschlags ermittelt. Aus Vernehmungen von Verdächtigen und Zeugen erwarten die Ermittler Erkenntnisse zum Tatablauf sowie weitere Erkenntnisse über das kriminelle Treiben von Rockerbanden.
In den vergangenen Monaten hatte es bundesweit immer wieder Durchsuchungen im Rockermilieu gegeben. Betroffen waren dabei neben Wohnungen auch immer wieder Vereinsheime – vor allem in Berlin und Brandenburg. Dabei suchten die Beamten nach Beweisen für Straftaten - etwa im Rotlichtmilieu oder Waffen- und Drogenhandel.
















