08.08.12

Neue Kampagne

Einbruchswelle in Berlin - Polizei setzt auf Nachbarschaft

Die Zahl der Einbrüche in der Hauptstadt steigt drastisch. Jetzt reagiert die Berliner Polizei mit einer Informationskampagne.

Foto: DPA
Wohnungseinbrüche nehmen zu
Die aktuelle Kriminalstatistik der Polizei weist für das vergangene Jahr eine Zunahme von Einbrüchen um 26,3 Prozent gegenüber 2010 aus

Den massiv gestiegenen Fallzahlen von Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäusern im vergangenen Jahr will die Berliner Polizei mit einer Aufklärungsaktion begegnen. Die Informationskampagne setzt vor allem auf Nachbarschaftshilfe. Zudem sollen den Berlinern sollen Möglichkeiten nahe gebracht werden, mit denen sie sich besser vor Einbrüchen schützen können. Ein hilfloses Unterfangen kritisiert indes die Gewerkschaft der Polizei (GdP).

"Das Risiko der Täter, entdeckt zu werden, ist wegen der Personaleinsparungen der vergangenen Jahre gesunken. Das gilt auch für Einbrüche in Wohnungen und Häuser", sagt GdP-Landesbezirkschef Michael Purper. Derzeit laufende Schwerpunkteinsätze könne die Polizei wegen fehlenden Personals nur kurzfristig durchhalten. Die Voraussetzung für nachhaltige Fortschritte im Kampf gegen Einbruchdiebstahl sei nur durch ständige Aufklärung, Observation und beweissichere Festnahmen durch die Polizei zu erzielen.

Vorgestellt hat die Polizei in ihrer stadtweiten Informationskampagne unter anderem einen Aufkleber, der in Hauseingängen und an Wohnungstüren angebracht werden soll und potenzielle Einbrecher mit dem Slogan "Nachbarn passen auf" abschrecken kann.

24.000 Aufkleber sollen in Berlin verteilt werden

An zwei Tagen sollen 24.000 Exemplare im gesamten Stadtgebiet verteilt werden. Parallel dazu wird in einem so genannten "Bauherrenbrief" auf die Wichtigkeit verwiesen, bei Um- oder Neubauten Einbruch hemmende Bauteile zu verwenden, die verhältnismäßig kostengünstig sind. Dieser "Bauherrenbrief" soll allen Bauämtern zur Verfügung gestellt werden und kostenlos erhältlich sein.

Angelika Schöttler (SPD), Bezirksbürgermeisterin in Tempelhof-Schöneberg, freut sich bei der Bekämpfung von Wohnungseinbrechern "über jeden Präventionsgedanken, den die Polizei in die Tat umsetzt". Durch mehr Aufmerksamkeit jedes einzelnen könne viel verhindert werden: Mülltonnen, die wochenlang nicht bewegt würden, volle Briefkästen, ja auch Anrufbeantworter, auf denen jemand sogar noch mitteile, er sei verreist, seien Hinweise an Einbrecher, die signalisierten, wir sind nicht da. Sie glaubt nicht, dass mehr Polizeipräsenz auf der Straße Einbrüche verhindern würde, entscheidend sei die Prävention.

Kriminalstatistik: Zahl von Einbrüchen nimmt drastisch zu

Bereits 2011 war die Fallzahl von Einbruchsdiebstahl aus Wohnräumen drastisch um mehr als ein Viertel angestiegen. Die aktuelle Kriminalstatistik der Polizei weist für das vergangene Jahr eine Zunahme um 26,3 Prozent gegenüber 2010 aus.

In absoluten Zahlen: Nach 8713 Einbrüchen im Jahr 2010 stieg die Zahl der Anzeigen im Vorjahr auf 11.012 an. Und die Tendenz für das laufende Jahr ist ebenfalls alarmierend. Bis zum 30. Juni waren in Berlin bereits 5919 Fälle von den Betroffenen gemeldet worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Das entspricht einem erneuten Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig war die Aufklärungsquote in diesem Deliktfeld im Vorjahr auf 8,1 Prozent gesunken. 2010 waren noch 9,9 Prozent aller Fälle aufgeklärt worden. 2005 konnten immerhin noch in 13,0 Prozent der Fälle die Täter gefasst werden. Damals hatte es berlinweit insgesamt 6285 Wohnungseinbrüche gegeben. Seite 14

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Am Sonntag zieht der Karneval der Kulturen durch Kreuzberg
13:25Stadtfest
Karneval der Kulturen – Kreuzberg feiert, tanzt und lacht

In Berlin-Kreuzberg ist es heute wieder bunt und voll: 4400 Tänzer, Musiker und andere Akteure inszenieren den Karneval der Kulturen. 75 Gruppen sind laut Veranstalter bei dem Multikulti-Umzug dabei. mehr...

Die dänische Sängerin Emmelie de Forest hat den ESC gewonnen
08:29Malmö 2013
Eurovision Song Contest - Dänin vorn, Deutschland enttäuscht

Emmelie de Forest war die Favoritin der Buchmacher, und gewann mit ihrem Hippie-Chic tatsächlich den Eurovision Song Contest. Deutschland stürzt mit Euro-Trash-Klängen von Cascada auf Platz 21 von 26. mehr...


Flughafenchef Hartmut Mehdorn will den Airport Tegel bis 2018 offen halten und den BER etappenweise ans Netz gehen lassen. Mit seinen Plänen sind nicht alle Gesellschaftler zufrieden
07:22Hauptstadtflughafen
Was die Aufsichtsratsmitglieder von Hartmut Mehdorn halten

BER-Chef Mehdorn hat sich mit seinen neuen Hauptstadtflughafen-Plänen wenig Freunde gemacht. Besonders die Tatsache, dass er Tegel bis 2018 offen halten will, stößt vielen Politikern sauer auf. mehr...


In der U2 haben am Sonnabend mehrere Männer auf einen schlafenden Jugendlichen eingeschlagen
09:39Kriminalität
Schlägertruppe prügelt in U2 auf schlafenden 17-Jährigen ein

In einer Berliner U-Bahn kam es wieder zu roher Gewalt: Eine Gruppe von mehreren Männern wählte sich willkürlich einen schlafenden Jugendlichen als Opfer, und prügelte wild auf ihn ein. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
Parlament Bundestag debattiert über Atommüllendlager
Cannes Emma Watson spielt Kriminelle in Coppolas Film
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Großeinsatz

Feuer in Berliner Autowaschanlage

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote