Razzia
Berliner Polizei sucht auf Bahnhöfen und in Parks Drogen
Mit einem Großeinsatz ist die Polizei gegen den Drogenhandel in Berlin vorgegangen. Kontrolliert wurde auch der Görlitzer Park in Kreuzberg.
Die Berliner Polizei hat am Montag eine 15-stündige stadtweite Kontrollaktion zur Bekämpfung des offenen Drogenhandels in Bahnhöfen und Grünanlagen durchgeführt. An den Einsätzen waren insgesamt 250 Beamte beteiligt, darunter hauptsächlich Angehörige der Bereitschaftspolizei, aber auch 30 Anwärter des gehobenen Polizeidienstes. Diese "Polizeischüler" sind derzeit Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Recht. Außerdem waren 16 Hundeführer an den wechselnden Kontrollpunkten eingesetzt.
"Die Maßnahme dient einerseits der Stärkung des Sicherheitsgefühls der Berliner an den einschlägig bekannten Umschlagsplätzen. Außerdem soll die regelmäßige Überwachung den Kontrolldruck auf Händler und Konsumenten gleichermaßen hoch halten", sagte Polizeisprecher Volker-Alexander Tönnies.
Am Vormittag durchkämmten die Beamten den U-Bahnhof Hermannplatz auf sämtlichen Ebenen, den Platz selbst sowie die Hasenheide in Neukölln nach Dealern. Außerdem zeigte die Polizei im Bahnhof Franz-Neumann-Platz und im nahen Park am Schäfersee in Reinickendorf Präsenz sowie rund um den U-Bahnhof Kottbusser Tor in Kreuzberg. In Mitte stand die Station Weinbergsweg und der Weinbergspark sowie die Bahnstationen Jannowitzbrücke und Leopoldplatz im Visier der Beamten.
Am Nachmittag gerieten Drogenhändler und -käufer im Görlitzer Park in Kreuzberg in Aufruhr. Zivilbeamte zogen anfangs einige Käufer aus dem Verkehr und stellten die Drogen sicher. Anschließend konnten mehrere Händler festgenommen werden, darunter auffallend viele Afrikaner. Zudem wurde die Grünanlage auf sogenannte Drogenbunker untersucht, also Erdlöcher, in denen die Dealer ihre fertigen Verkaufsportionen verstecken.
Nach Angaben von Dienstag überprüften die Beamten insgesamt 165 Personen, erteilten Platzverweise und schrieben 75 Strafanzeigen, größtenteils wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz. Neben Drogen stellten die Polizisten auch Messer, Mobiltelefone, Fahrräder und Scheckkarten sowie eine vierstellige Summe Bargeld sicher, das mutmaßlich aus dem Verkauf von Betäubungsmitteln stammt. Elf Personen wurden festgenommen. Zwei Polizeibeamte verletzten sich leicht während der Festnahme eines Mannes.
Rauschgiftdelikte machen der jüngsten Kriminalstatistik zufolge etwa fünf Prozent der Straftaten in Berlin aus. Im vergangenen Jahr gab es 11.238 registrierte Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 308 Fälle weniger als 2010. Der Rückgang betrug 2,7 Prozent. Die Aufklärungsquote lag 2011 bei 89,8 Prozent, nach 90,7 Prozent im Jahr 2010.















